Wildeshausen - Der Jüngste hatte den weitesten Anfahrtsweg. Aus Wilhelmshaven ließ sich der 14-jährige Paul Everts seit Januar zu den zehn Terminen der Imkerschulung in Wildeshausen von seinen Eltern chauffieren. „Bei uns waren alle Kurse voll“, erzählte er, wie er von der Jade an die Hunte kam. Die Schulungsleiter Uwe Endesfelder und Martin Vollmer machten es möglich und nahmen ihn auf. So gehört der 14-Jährige zu den insgesamt 38 Personen, die am Sonntag ihre Abschlussurkunde und Imkerzertifikat im DRK-Mehrgenerationenhaus erhielten.

„Das war sehr wissenswert und nett hier. Ein witziger Kurs“, hat es dem Youngster in der Runde der allesamt Älteren (einer sogar 80) prima gefallen. Seit April hat er auch schon drei Bienenstöcke daheim. Die Begeisterung für die Tiere hat ihn in Beschlag genommen. „Der erste Honig. Das war super“, erzählt er.

An sich ist der Schulungskurs für Jung-/Neuimker auf 25 Teilnehmer ausgelegt, doch angesichts der großen Nachfrage machten Endesfelder, Vorsitzender des Wildeshauser Vereins, und Vollmer mehr möglich. Neben Nachwuchsimkern aus vielen Orten des Landkreises waren auch Oldenburger und Delmenhorster dabei. Der nächste Kurs, 2018 in Hatten, ist bereits jetzt ausgebucht. Imkerwissen ist gefragt. Auch viele junge Frauen machten bei der Schulung mit. „Die sind ausgesprochen gute Imker“, so Vollmer.

Im DRK-Mehrgenerationenhaus, bei Angelika von Döllen in Dötlingen-Busch sowie Imker Harald Wulferding in Wildeshausen wurden die zehn Themenblöcke in den acht Monate behandelt. Von der Biologie der Honigbiene über die Stöcke, das Führen der Völker, Honig- und Wachsgewinnung bis zu Inhaltsstoffen und Krankheiten reichte das vielfältige Spektrum. „Es ist eine Menge Wissen. Die Bienen sind eine andere Welt“, so Vollmer.

Dabei haben es die Referenten offenkundig verstanden, den richtigen Ton zu treffen. „Sehr kompetent, praxisorientiert und mit viel Spaß“, fand Bernd Hoffmeister die Schulung. Sehr zufrieden zeigte sich auch Dr. Detlev Lauhöfer, Amtsgerichtsdirektor in Wildeshausen. Er hat bei sich im Garten in Großenkneten inzwischen drei Völker in der Betreuung. So weit ist Erster Kreisrat Christian Wolf, ebenfalls einer der Teilnehmer, noch nicht. „Ich bin eher Beobachtungsimker“, fasziniert den Dötlinger das Insekt.

Die nächste Schulung für Jung-/Neuimker in Wildeshausen ist erst im Jahr 2019 geplant. Angesichts der großen Nachfrage allerorten, von der auch das Bieneninstitut in Celle berichtet, rät Endesfelder daher, sich frühzeitig zu melden.

Ulrich Suttka
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