WILDESHAUSEN/NEERSTEDT - „Nur ein bisschen kiffen, trinken, schlank sein.“ Das ist der Untertitel des Projektes „Sehnsucht und Träume“, mit dem sich jetzt zwei Tage lang Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres Ernährung und Hauswirtschaft an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen beschäftigten.
Unter der Leitung der Lehrerinnen Maria Loechte, Cilly Kalkoff, Hella Einemann-Gräbert sowie Schulsozialarbeiter Stephan Ignatzek fand der erste Tag im Jugendzentrum Wildeshausen statt. Nach einer Begrüßung und Einführung begann ein reger Austausch über eigene, familiäre oder bei Freunden stattfindene Sucht-Erfahrungen. Dabei kam zutage, dass einige Schüler, beziehungsweise deren Freunde und Bekannte, nicht nur nikotinsüchtig, sondern auch computer-, fernsehen- oder alkoholabhängig sind.
Der zweite Projekttag fand größtenteils in der Suchtklinik Oldenburger Land in Neerstedt statt. Dort haben die Patienten aus ihrem Alltagsleben erzählt und bekamen durch die Schüler auch gezielt Fragen gestellt, wie zum Beispiel über den Weg in die Abhängigkeit oder ob die Patienten sich freiwillig für die Therapie entschieden haben.
Einige Schüler zeigten sich von dem Ausflug in die Suchtklinik beeindruckt. Annika Dembrowski aus Aschenstedt fand es gut, „wie offen und ehrlich die Patienten die Fragen beantwortet haben“. Simone Schröder aus Ganderkesee sagte, ihr haben die Patienten noch viele gute Tipps geben können, obwohl sie die Problematik bereits kenne.
Hella Einemann-Gräbert befand die beiden Tage als gelungen und „dass dabei viele Schüler etwas mitgenommen haben“. Auch scheinen die zwei Projekttage erste Früchte zu tragen: Vier Schüler sagten zu ihrer Klassenlehrerin nach dem zurückliegenden Himmelfahrts- und gleichzeitig Vatertag: „Wir haben an dem langen Wochenende, wie es sonst bei uns üblich ist, nicht getrunken.“
Am treffendsten fasste es aber wohl Mareike Schmidt aus Wildeshausen zusammen: „Wir sollten da am besten gar nicht erst mit anfangen“.
