WILDESHAUSEN - Seit 62 Jahren fuhr Gerold Koppermann unfallfrei Auto. Doch nach einem Einkauf im Januar in der Kreisstadt passierte es: Der 84-Jährige aus Dötlingen wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt. Das sei für ihn der Anstoß gewesen, sich beim Seminar „Ältere aktive Kraftfahrer“ anzumelden, das die NWZ erneut gemeinsam mit dem ADAC und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat anbot.

„Wir haben viel gelernt“ oder „Schade, dass schon Schluss ist“, lautete am Dienstag das Fazit der 20 begeisterten Teilnehmer. An insgesamt vier Vormittagen hatten sie sich jeweils 90 Minuten mit dem Bremer Verkehrsexperten Gerhard Kreie im Wildeshauser Stadthaus über Probleme rund um die Themen Versicherungssschutz, Straßenverkehrsordnung und Technik unterhalten. Am letzten Tag waren unter anderem die richtige Winterbereifung und Drängler auf der Autobahn ein Thema. „Die Verkehrsregeln zählen für alle“, wies der routinierte Fahrlehrer darauf hin, sich beim Überholvorgang auf der Autobahn nicht vom „Hintermann“ nervös machen zu lassen. Im Fall einer Nötigung sei nicht selten ein Bußgeld von 1000 Euro fällig.

Erika Weber aus Wildeshausen meinte, die nun gehörten Regeln zum Kreisverkehr werde sie sofort im Familienkreis weitergeben. Koppermann fasste das Seminar so zusammen: „Als ich zwei Jahre nach dem Krieg meinen Führerschein machte, war die Straßenverkehrsordnung noch wie eine Baumschule – übersichtlich und klar. Heute ist es ein Dschungel, und Kreie war wie ein Pfadfinder für uns.“ Der Verkehrsexperte wies auf die Möglichkeit hin, sich für einen „Fahrer-Fitness-Check“ anzumelden. Er diene der Überprüfung der eigenen Fahreignung. Das Ergebnis bleibe vertraulich.