WILDESHAUSEN - Die Landwirtschaftliche Oberschule regt einen Schüleraustausch an. Viele Einladungen wurden ausgesprochen.
von Stefan Idel
„Ein Austausch auf kleiner Bühne, ohne Demonstranten, ist meistens sehr viel fruchtbarer.“ Mit einer Anspielung auf den G 8-Gipfel in Heiligendamm empfing Landrat Frank Eger am Mittwoch eine Delegation des polnischen Partnerkreises Nowomiejski im Kreishaus. Die Partnerschaft, am 5. Mai 2004 mit einer Deklaration feierlich besiegelt, zu den Freunden in Osteuropa existiere nicht nur auf dem Papier, sondern auch in den Köpfen. An dem Empfang nahmen auch die stellvertretenden Bürgermeister Christa Plate (Wildeshausen), Anke Spille (Dötlingen), Christel Zießler (Ganderkesee) und Vertreter von Kreistag und -verwaltung teil.
Stanislaw Czajka, Landrat von Nowomiejski, erwiderte die freundschaftlichen Worte. Der Besuch bis zum Sonnabend biete nicht nur Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, sondern auch, „die Überreste der unerwünschten Vorurteile“ zu überwinden. Er verwies auf den Austausch von Verwaltungsmitarbeitern sowie die Beteiligung polnischer Unternehmer an der Messe Landtage Nord in Wüsting. Nowomiejski wünsche sich einen weiteren Wissenstransfer. Die Zusammenarbeit solle eine neue Dimension bekommen, sagte Landrat Czajka, dessen zweite Amtsperiode als Landrat gerade begonnen hat. „Ich hoffe, dass unsere Wünsche bald in Erfüllung gehen.“
Die Vorsitzende des Kreistages, Danuta Mazurkiewicz, überbrachte im Namen von Elternvertretung, Lehrern und Schülern der Landwirtschaftlichen Oberschule den Wunsch nach einer engen Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oldenburg. Die Schule mit rund 400 Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren werde im kommenden Jahr 50 Jahre alt und sei an einer Partnerschaft stark interessiert. Zur Ganztagsschule gehört auch eine Abendschule mit etwa 100 Schülern. Eine persönliche Einladung erhielt Landrat Eger zudem zum 150. Geburtstag des Gymnasiums in der Kreisstadt Nowe Miasto Lubawskie (zu deutsch: Neumark in Westpreußen).
Zur polnischen Delegation gehören nicht nur Vertreter aus Politik und Verwaltung, sondern auch der Unternehmer Andrzej Serozynski, der in der Elektrobranche tätig ist, die Hotel-Besitzerin Zofia Wilbrandt oder der Direktor des Kreiskrankenhauses, Jan Karwowski.
Natürlich wurden auch Gastgeschenke ausgetauscht. Landrat Eger überreichte seinem Amtskollegen Czajka einen Koffer mit Material für Schulungen. Eger selbst erhielt ein gläsernes Wappen des Landkreises, das Behinderte gefertigt hatten. Zudem überreichte Czajka eine Kiebitz-Figur, die künftig Egers Schreibtisch zieren solle. Ein Geschenk der Handwerkskammer an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft blieb verschlossen. Es soll erst nach der Rückkehr von WLO-Chef Hans-Werner Aschoff aus dem Urlaub geöffnet werden.
