Wildeshausen - Eigentlich wollte sie einmal Lehrerin werden. Doch das ist „Schnee von gestern“. Mit einer Note von 1,3 hat Theresa Schunk nun ihre Bachelor-Arbeit bestanden. Beim Studium der „Elektrotechnik im Praxisverbund“ an der Hochschule Osnabrück gehörte die 25-jährige Wildeshauserin zu den wenigen Frauen unter künftigen Ingenieuren.
„Mathe und Physik waren schon in der Realschule meine besten Fächer“, erzählt Theresa Schunk. Nach dem Abitur am Beruflichen Gymnasium Technik, Schwerpunkt Mechatronik, machte sie ein Praktikum beim Energieunternehmen EWE. „Seitdem wollte ich Ingenieurin werden.“ Sie bewarb sich bei Volkswagen in Osnabrück um eine Stelle fürs Duale Studium. Das gelang. Schließlich saß die Wildeshauserin unter 30 Männern des Studiengangs Elektrotechnik im Hörsaal.
Theresa Schunk machte zunächst ein halbes Jahr eine Ausbildung im Betrieb. Es folgten weitere sechs Monate an der Hochschule. Dann sah das Duale Studium so aus: von montags bis mittwochs bei VW, donnerstags und freitags an der Hochschule. In den Semesterferien hat die Wildeshauserin dann im Betrieb gearbeitet. Im letzten Studienjahr hat sie sich viel mit Elektrokonstruktionen und Roboterzellen befasst. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erzählt die 25-Jährige. Vor allem beim Programmieren erkenne man sofort die Folgen seines Tuns.
Das Thema der Bachelor-Arbeit hört sich recht kompliziert an: „Die Entwicklung eines Messsystems zur Kalibrierung von robotergeführten Schweißzangen.“ Gern erklärt Schunk das Thema mit der ihr eigenen Leichtigkeit. Letztlich gehe es um die Kräfte in den sogenannten Ausgleichszylinder – damit die Zangen des Roboters nicht zu stark zupacken, wenn beispielsweise die Autobleche geschweißt werden. Knapp ein halbes Jahr hat Theresa Schunk an der Bachelor-Arbeit gesessen: gut zwölf Wochen im Projektmanagement, dann weitere zwölf Wochen am Verfassen der rund 80-seitigen Arbeit selbst. Es hat sich gelohnt, wie die Note beweist.
Und wie geht es nun weiter? „Ich möchte gern meinen Master in Richtung Wirtschafts-Ingenieurwesen machen“, erzählt sie. Die Bewerbungen gehen demnächst in die Post. Aber vielleicht lockt noch einmal das Ausland. Immerhin hat sie bei einem einjährigen Aufenthalt in Bay Town (US-Bundesstaat Texas) schon einmal gezeigt, dass sie sich gut in einem neuen Umfeld zurechtfinden kann. Zuerst einmal muss sie allerdings noch Kisten auspacken: Schunk ist gerade von Osnabrück zurück in ihre Heimat gezogen. Ein Grund ist das Hobby: Theresa Schunk ist stellvertretende Gruppenführerin in der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen.
