Wildeshausen - Einen kleinen Geburtstag konnte der Jugendarbeitskreis der Jugendpflegen im Landkreis Oldenburg feiern, denn am Samstag lief der Aktionstag „Jungs!“ bereits zum fünften Mal im Jugendzentrum „Jott Zett“ (JZ) und anderen Orten in Wildeshausen. Damit ist das Projekt schon lange ein Selbstläufer, der immer wieder Jungen aus dem gesamten Landkreis Oldenburg zusammenführt. 109 Anmeldungen im Vorfeld und trotz Grippewelle noch mehr als 100 Teilnehmer sind für Kreisjugendpfleger Dirk Emmerich eine tolle Bilanz.
„Im Angebot sind wieder 15 Workshops. Doch hier hat uns die Grippe dann doch noch erwischt. Die Metall-Werkstatt und der Green-Screen-Foto-Workshop mussten wegen erkrankter Kollegen leider ausfallen“, bedauerte Emmerich.
Vor allem die Fotos vor einem grünen Hintergrund (Green Screen) waren bei den Anmeldungen stark nachgefragt gewesen. Damit kann man Personen auf Fotos aus anderen Ländern „einbauen“.
Aber auch so waren die verbleibenden Workshops interessant genug: Erstmals konnte im Bastelraum des „JZ“ ein „Elektronischer Schüttelwürfel“ gebaut werden. In der Halle der St. Peter-Schule war „Hallenhockey“ angesagt, in der Kunstschule zum ersten Mal „Kreatives Malen“. „Immer ein Renner ist auch der Graffiti Workshop im Waltberthaus“, erklärte Emmerich. Mit zehn Jungen bestens ausgebucht war in den Räumen der Kunstschule der „Raketenbau“.
Hannes Drygala, Jugendpfleger aus Bookholzberg, verriet zusammen mit Honorarkraft Selim Kaya, wie man mit einer Cola-Mehrwegflasche, Korken, Klebeband und viel Fantasie fliegende Raketen zusammenbaut. Sam Olbertz aus Ganderkesee hielt gleich zwei Raketen in seinen Händen. Eine davon war allerdings ein Anschauungsobjekt, das die Jugendpfleger vorbereitet hatten. Gleich neben ihm saß Ben Ewen aus Hude. Auch er hatte seine Plastikflasche präpariert. Zu lesen war der Name seiner Eigenkreation, nämlich „Rocket“.
Wie gut die Raketen in den sonnigen Himmel aufstiegen, zeigte sich dann auf der Burgwiese. Mit kräftigen Schüben einer Standluftpumpe wurde das zuvor in die Flasche gefüllte Wasser ordentlich unter Druck gebracht. Mit einem leisen Zischen und begleitet durch die Rufe der Jungen flogen die „Rockets“ nacheinander gen Himmel.
Am Ende ist der „Jungs!“-Tag eine tolle Mitmachaktion und ein Weg, das Ziel der geschlechtsbezogenen Pädagogik zu erreichen. Dahinter stehen das Kennenlernen, Kontakte herstellen, Interessen entwickeln – und das alles ohne Konkurrenz um die „Gunst von Mädchen“ und mit Workshops unter männlicher Anleitung. Die Jungen sollen „einfach Junge sein“ dürfen.
Im Jugendarbeitskreis sind die Jugendpflegen aus Dötlingen, Ganderkesee, Großenkneten, Hatten, Hude, Wardenburg und der Samtgemeinde Harpstedt sowie der Stadt Wildeshausen vertreten.
