WILDESHAUSEN - „Steht zu Euren Fehlern und Schwächen“, gab Schulleiter Jan Pössel den Jugendlichen mit auf den Weg. Denn der Umgang mit Fehlern zeichne erst eine Persönlichkeit aus. Insgesamt 112 Schülerinnen und Schüler wurden am Freitag von der Realschule Wildeshausen feierlich verabschiedet. 46 erhalten einen „erweiterten Abschluss“, sind quasi in die gymnasiale Oberstufe versetzt. Der Schulleiter dankte auch dem hoch motivierten Kollegium. In den letzen beiden Schuljahren habe es rund 30 Personalwechsel gegeben.
Pössel, der unter den Ehrengästen auch seinen Amtsvorgänger Steffen Akkermann sowie den ehemaligen Beratungslehrer Thomas Butzmann begrüßte, nahm die Plagiatsaffäre um Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttemberg zum Anlass, um auf „die Macht des Internets“ hinzuweisen. Es gebe viele Vorteile. Aber täglich erlebten Lehrer und Eltern, wie Menschen an den Pranger gestellt würden. „Kein Mensch hat das verdient“, so Pössel unter großem Applaus. Hier handele es sich nicht um Streiche, sondern um „einen Angriff auf die Würde des Menschen“. Und an die Schüler gewandt: „Nutzt das Internet, aber missbraucht es nicht! Lebt in der realen Welt.“
Im Namen der Stadt gratulierte Jens Kuraschinski, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Die Realschule habe „bestmöglich auf das weitere Leben vorbereitet“. Einer seiner früheren Klassenkameraden sei kürzlich Schaffer der Schützengilde geworden, bemerkte Kuraschinski, selbst vor vielen Jahren Realschulabgänger. Glück wünschte auch Schulelternratsvorsitzender Stefan Bredehöft. Er thematisierte den Sturz eines Schülers aus dem Fenster des Schulgebäudes und mahnte eine „Erziehungspartnerschaft“ zwischen Lehrern, Eltern und Schülern an. „Wir müssen offen über solche Fälle sprechen.“ Für die Schüler sprachen Sebastian Pätz und Jördis Knoblauch. „Jeder wird die Schule auf seine Art vermissen“, hieß es.
Auf einem hohen Niveau war erneut das musikalische Programm der Abschlussfeier, die diesmal in der Mensa stattfand, weil die Aula ausgebaut wird. Das Stück „Grenade“ von Bruno Mars interpretierten Niklas Sartor, Justine Butzen (Gesang) und Philipp Wisbar. Weiterhin traten auf Cedric Gammersbach (Piano), Leon und Jonah Ney sowie Jo-Anne Kahler, Freya Pelz, Ann-Kathrin Kröger und Wiebke Himmel mit „Geile Zeit“. Für gute Laune sorgte auch ein Sketch des Theater-Kurses.
Auch die Schüler bedankten sich im Rahmen der Zeugnisübergaben bei ihren Klassenlehrern. Den besten Notendurchschnitt erreichte diesmal Josefine Seidel (Klasse 10c) mit 1,5. Sie erhielt ebenso einen Gutschein wie Freya Pelz (Schnitt 1,67) und Nicole Imming (1,75). Zum Abschlussball trafen sich Absolventen, Eltern und Lehrer am Freitagabend in der Scheune auf Gut Altona.
