WILDESHAUSEN - „Die goldenen 10er“ prangte in großen Buchstaben über der Bühne. Als „großartig“ würdigte auch Jan Pössel, der zum ersten Mal in seiner Funktion als Schulleiter die 10. Klassen der Realschule Wildeshausen verabschiedete, die Leistungen vieler Jugendlicher. Von den 139 Schulabgängern erhalten 67 einen erweiterten Sekundarabschluss, sind quasi in die gymnasiale Oberstufe versetzt. Pössel dankte am Freitag auch den Lehrern, die daran einen wesentlichen Anteil haben. Im Kollegium hatte es eine große Fluktuation gegeben.

Pössel, der unter den Ehrengästen auch seinen Vorgänger Steffen Akkermann begrüßte, ermahnte die Jugendlichen, den Tag zu nutzen. „Jeden Tag gibt es 86 400 Sekunden geschenkt. Ansparen ist nicht möglich.“ Die junge Generation sollte sich mit der gleichen Hartnäckigkeit einmischen wie bei Diskussionen ob die Baseball-Kappe im Unterricht aufbleiben dürfe oder nicht. Zum Schluss hob der bekennende St.-Pauli-Fan sein Lieblingsshirt hoch – mit dem Motto „Einfach mal glücklich sein“.

Den Vergleich zur Fußball-WM zog Wildeshausens stellvertretende Bürgermeisterin Christa Plate: „Jetzt heißt es: Am Ball bleiben.“ Auch Klaus Kapell von der Landesschulbehörde gratulierte: „Hier ist ein Meilenstein gesetzt“, würdigte er die Leistungen von Schülern wie dem Kollegium. Die Schule verleihe Flügel, verteilte Peter Funk im Namen des Schulternrats Komplimente. Viel Glück auf dem weiteren Weg wünschte auch Schülersprecherin Christin Schmidt. Bislang hätten Lehrer wie Eltern den Weg mit der Taschenlampe beleuchtet.

Auf einem hohen Niveau war erneut das musikalische Programm der Abschlussfeier. Die Schülerband unter der Leitung von Gaby Schultz spielte Stücke wie „This is the life“, „Tequila“ oder „New Soul“ mit Justine Butzen als Solo-Stimme. Riesigen Applaus bekam Jeffrey Eckert für seine Dichtkunst-Einlage ` la Heinz Erhardt, gemeinsam mit Schwester Tatjana. Auch am Klavier ist der 16-Jährige aus Neerstedt ein As. „Eigentlich hätte ich mir gewünscht, Du wärst sitzengeblieben“, würdigte Musiklehrerin Schultz das Ausnahmetalent, das ebenfalls die Schule verlässt. Den besten Notendurchschnitt erzielte Vera Grashorn (Klasse 10a) mit 1,27. Sie erhielt ebenso einen Gutschein wie Marcel Hesselmann (1,53) und Phillip Meyer (1,56) und Jeffrey Eckert, der für seine musikalischen Leistungen geehrt wurde.

Auch die Schüler bedankten sich im Rahmen der Zeugnisübergabe mit Geschenken bei ihren Klassenlehrern Korinna Schreiber (10a), Maria Brackland (10b), Ulrike Stölting, die Petra Jackstädt (10c) vertrat, André Siemann und Peter Rippe (10e). Zum Ball trafen sich Absolventen, Angehörige und Lehrer abends in der neuen „Fun-Halle“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent