WILDESHAUSEN - Wasserschaden in der Elektrik, ein gesperrter Chemieraum, Schimmel in einem Materialraum – die jüngsten Hiobsbotschaften von den Arbeitsbedingungen am Wildeshauser Gymnasium haben in Elternschaft wie Lehrerkollegium zu großer Empörung geführt. „Es reicht uns“, sagte die Schulelternratsvorsitzende Marina Dierks am Mittwoch. Der marode Zustand des Gebäudes sei seit langem bekannt. Die inzwischen begonnene Dachsanierung könne nur „ein erster Schritt“ sein. Dierks: „Es muss endlich eine Perspektive entwickelt werden.“ Eltern, Lehrer und Schüler gäben sich nicht mehr mit „Notmaßnahmen“ zufrieden.

Nach den jüngsten Wasserschäden (die NWZ berichtete) saniert eine Wildeshauser Fachfirma das Flachdach des Gymnasiums auf einer Fläche von rund 1400 Quadratmetern. Teile der Dachkonstruktion über den Fachräumen sowie der Aula werden ebenso ausgetauscht wie die „Oberlichter“. Zudem verlegt das Unternehmen Dämmplatten, um die Grenzwerte der Energieeinsparverordnung einzuhalten. Die Baukosten von 337 700 Euro zuzüglich Planungskosten von 67 600 Euro hat die Stadt außerplanmäßig bereitgestellt, wie Bürgermeister Dr. Kian Shahidi mitteilte. Ursprünglich war die Maßnahme erst 2009 vorgesehen. Der Landkreis als Schulträger müsse die Summe erstatten. Nach der Planung der Verwaltung sollten im kommenden Jahr 500 000 Euro ins Gymnasium investiert werden, 2010 rund 1,7 Mio. Euro, 2011 insgesamt 570 000 Euro und 2012 etwa 600 000 Euro. Die Dachsanierung solle bis zum Ende der Herbstferien abgeschlossen sein, hieß es.

Shahidi zufolge ist noch keine Einigkeit in der Frage der Übernahme des Schulgebäudes durch den Landkreis erzielt worden. Landrat Frank Eger soll im nicht-öffentlichen Verwaltungsrat am 30. Oktober die Position des Kreises darlegen. Eger betonte am Mittwoch erneut, dass er sich die Übernahme der Gesamtliegenschaft an der Humboldtstraße (inklusive Hauptschule) nur im Rahmen eines „Gesamtpakets“ vorstellen könne. Es müsse geklärt werden, welche Schuldenlast noch auf der Hauptschule liege und welche Kosten für einen Neubau anfallen. Dass die neue Hauptschule auf dem Gelände der Gärtnerei Ostmann gebaut werden soll, wollte Shahidi am Mittwoch nicht bestätigen. Dieses Gerücht werde offenbar bewusst gestreut. Mit Besitzer Rainer Ostmann seien darüber keine Gespräche geführt worden.

Der Schulvorstand des Gymnasiums hofft, in seiner nächsten Sitzung am 4. November eine Perspektive für die Schule zu erhalten. Sollte sich die Politik nicht bewegen, seien Protestaktionen nicht mehr ausgeschlossen, hieß es aus Reihen der Eltern.