Wildeshausen - Die Geschichte um die Brasilianerin Bruna Bissoli Guadanucci setzt sich fort. Die 20-Jährige ist von Geburt an gehandicapt – an ihrem linken Bein fehlen Unterschenkel und Fuß (die NWZ berichtete). Doch seit sie 2016 in Wildeshausen an einem Schüleraustausch teilgenommen und dabei Familie Marowsky kennengelernt hat, hat sich in ihrem Leben so einiges verändert.
Jahrelang hatte die junge Frau Probleme mit ihren Prothesen – sie wuchs hinaus, reagierte allergisch. Lange konnte sie nur an Krücken laufen. Dank vieler verschiedener Spenden war es in 2018 möglich geworden, eine neue Beinprothese anfertigen zu lassen; aus einem Material, das die junge Brasilianerin verträgt. Für die 4000 Euro hatte sich vor allem die Familie Marowsky eingesetzt, Geld spendeten vor allem Firmen, aber auch Bürger in und um Wildeshausen und die Rotarier.
Besuch in Brasilien
Die Marowskys sind derzeit zu einem zweiwöchigen Gegenbesuch bei Brunas Familie auf der Farm, auf der Brunas Vater sich auf Bäume spezialisiert hat. Anja Marowsky ist beeindruckt vom Leben der Einwohner in Presidente Prudente, einer Stadt im Bundesstaat São Paulo. „Die Menschen leben in sehr einfachen Verhältnissen, sind aber alle so glücklich. Ich hoffe, ich kann mir etwas von der Leichtigkeit und Lebenseinstellung in den Koffer packen und mit nach Deutschland nehmen“, zeigt sich Anja Marowksy begeistert.
Traum geht in Erfüllung
Und auch das Ziel, Brunas Leben durch die neue Prothese ein bisschen einfacher zu gestalten, geht auf: Die junge Frau meldet sich auf Englisch: „Endlich kann ich normale Dinge tun, zum Beispiel allein in einen Supermarkt gehen“, freut sie sich. Sie habe sich eine solche Prothese immer gewünscht. „Mein Aufenthalt in Deutschland lässt mich die Welt jetzt durch andere Augen sehen.“ Am Ende ihres Briefes wendet sie sich an ihre Unterstützer: „Danke an alle lieben Menschen aus Wildeshausen. Ihr habt mein Leben verändert.“
Ab Oktober wird Bruna in Portugal ihr Studium fortsetzen. Sie hat ein Stipendium bekommen und erhofft sich dann eine bessere medizinische Versorgung. „Es ist toll, Bruna so glücklich zu sehen“, sagt dazu Anja Marowsky. Glücklich sein: Das ist ein Stichwort, das die Familie Marowsky sich zu Herzen nimmt. Sie hat an einem traditionellen Sommerfest teilgenommen, der „Festa Junina“. „Alle tragen dabei fröhliche Kleidung. Es ist unglaublich, mit welcher Lebensfreude die Menschen uns begegnet sind. Wir haben viel gesungen, gegessen, Caipirinha getrunken, getanzt, gelacht.“
