WILDESHAUSEN - Gute Vorbilder sind rar gesät. Nicht unbedingt an der Realschule Wildeshausen. Dort wollen 13 Jugendliche künftig mit gutem Beispiel vorangehen und den Schülerinnen und Schülern der fünften Jahrgangsstufe künftig mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Klassenpaten“ heißt das Modell, das nach den Herbstferien an der Realschule umgesetzt werden soll.
„Ich will die Fünftklässler gern unterstützten“, erklärte Kevin Sokolis (14), warum er an dem zweitägigen Training im Wildeshauser Jott-Zett teilnimmt. Ronya Heitsch (14), zugleich Klassensprecherin der 9b, meint, die hier gesammelten Erfahrungen könnten auch später im Berufsleben von Nutzen sein. Und Jennya Lübben (15) hofft, dass sich die Teilnahme am Patenschaftsmodell bei der Beurteilung des Sozialverhaltens auf dem Zeugnis niederschlägt. Sämtliche 13 Jugendliche wollen dazu beitragen, dass mögliche Konflikte an der Schule schon im Keim erstickt werden. Über sinnvolle Schlichtertätigkeit und lustige Gruppenspiele informieren bei der „Ausbildung“ Schulsozialpädagoge Reinhard Bieh-Bausch und Beratungslehrer Thomas Butzmann, tatkräftig unterstützt vom Mediatorenteam Elke Persikowski, Susanne Langkrär und Heimke zur Kammer.
„Wir wollen weg von der reinen Streitschlichtung“, erläutert Bieh-Bausch das Modell, zumal die Zahl der „Konfliktlotsen“ ständig gesunken sei. Daher sollen künftig den vier 5. Klassen Dreiergruppen als „Klassenpaten“ zur Seite stehen. Diese könnten Spielstunden leiten, eine Klasse bei Wanderungen oder Radtouren begleiten oder den jüngsten Schülern der Realschule als eine Art „großer Bruder“ oder „große Schwester“ bei kleinen Alltagskonflikten zur Seite stehen, schildert Bieh-Bausch das Konzept.
Während der zwei Tage im Jott-Zett erlernen die künftigen „Klassenpaten“ nach einem klaren Stundenplan ihre neue Rolle. Einer Einführungsrunde folgen Spiele. Eines davon ist eine Art „Blinde Kuh“: Mit verbundenen Augen fassen die Teilnehmer an ein Seil. Einer muss die Gruppe zu einem Quadrat dirigieren. Es gilt das Prinzip Vertrauen.
