WILDESHAUSEN - Kinder sollen ihre direkte Umwelt nicht nur erkunden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes „be-greifen“. „Pädagogik zum Anfassen“ will die Wildeshauser Wallschule mit dem Umweltprojekt „Schule im Fluss“ bieten. In der Reihe mehrerer Lehrerfortbildungen nahmen die Pädagogen nun den Lebensraum Wiese näher unter die Lupe.
Es sei eines der Anliegen, Kindern und Jugendlichen den Blick für diese „verborgene Welt“ zu öffnen. „Nur was man kennt, will man bewahren“, sagte Dr. Gabriele Diersen vom „Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten“ (ISPA) an der Uni Vechta. Sie begleitet das 18-monatige Projekt und fungiert als Moderatorin (dieNWZ
berichtete). Unterstützt wird sie von Sabine Westermann, pädagogische Fachkraft des Fördervereins Regionale Umweltbildung Agrarwirtschaft (RUBA, Vechta). Und so griffen die 22 Teilnehmer der Fortbildung selbst zum Spaten, um eine Rasenfläche neben der Sporthalle in eine Wildblumenwiese zu verwandeln. Wertvolle Tipps gab Edith Janßen vom Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen, Lernort Huntlosen. Rasensoden wurden ausgestochen, der fette Humus entfernt und Saatgut mit etwas feinem Sand in den Boden gegeben. Spätestens in vier bis sechs Wochen sollen hier viele Blumen blühen, Honig- und Wildbienen und Schmetterlinge fliegen.Ein Team mit dem stellvertretenden Schulleiter Jan Glander an der Spitze wird einen schmucken, vielfarbigen Zaun für das Areal bauen.
Ganz ohne Theorie geht es auch beim praxisnahen Unterricht nicht: Die Pädagogen sammelten Ideen für den Unterricht – darunter die Bestimmung von Pflanzenarten, das Führen eines „Wiesenmonatsbuches“ oder den Bau von Nisthilfen. Besuche bei Imker und Ameisenwart sind eingeplant. Das RUZ hatte die Schule bereits bei einer Lernwerkstatt zum Thema „Energie und Klima“ begleitet.
Die Fortbildungsserie mündet nach Angaben von Schulleiterin Roswitha Remmert in einer Projektwoche vom 2. bis 6. Juli. Mit Unterstützung des Fördervereins seien zahlreiche Aktivitäten mit den Schülern geplant – mit dem Ziel, die Artenvielfalt auf dem Gelände zu erhöhen.
