WILDESHAUSEN - Ein 14-Jähriger hatte mit einem versehentlich abgefeuerten Schuss 14 Mitschüler verletzt. Gestern war der Vorfall Thema in den Klassen.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN - Kein „normaler“ Start in die Woche an der Realschule Wildeshausen: In der ersten Unterrichtsstunde thematisierten die Schülerinnen und Schüler aller Klassen gestern die Ereignisse vom vergangenen Freitag. Ein 14-Jähriger hatte unerlaubt eine Gaspistole mitgebracht. Als sich ein Schuss löste, erlitten 14 Jugendliche durch ausströmendes CS-Gas Reizungen in Augen und Atemwegen. Die vornehmlich betroffene Klasse 7d tauschte sich gestern im Beisein von Sozialarbeiter Reinhard Bieh-Bausch über den Vorfall aus, berichtete Realschulleiter Steffen Akkermann. Am Abend wurde die Gesamtkonferenz der Schule informiert.

Bis zum kommenden Montag ist der Schüler, der die Waffe mitgeführt hatte, vom Unterricht beurlaubt. „Dann wird die Klassenkonferenz der 7d einen Beschluss zu möglichen Ordnungsmaßnahmen treffen“, erläuterte Akkermann. Dieses Vorgehen sei mit der Landesschulbehörde abgesprochen (siehe Interview). Der Klassenlehrer der 7d, Eyk Franz, hat Akkermann zufolge mit dem Vater des 14-Jährigen gesprochen.

Auf Einladung von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi kamen gestern Vertreter aller Wildeshauser Schulen, der Polizei und des Landkreises im Stadthaus zusammen. Gemeinsam wolle man Schüler wie Eltern für die Thematik sensibilisieren, hieß es. Wenn Schüler etwas Auffälliges bemerkten, sollten sie es unverzüglich melden. „Das ist kein Petzen, sondern die Abwehr von Gefahr“, so Akkermann. Shahidi zufolge ist eine weitere Sitzung dieser Runde im ersten Quartal 2007 geplant.

Gestern gab die Schulleitung jedem Realschüler einen Brief mit auf dem Heimweg, in dem der Vorfall nochmals geschildert wurde. „Binnen kürzester Zeit“ waren Krankenwagen und Notarzt zur Stelle, hieß es in dem Schreiben. Im Krankenhaus Johanneum seien 14 Jugendliche „vorbildlich betreut“ worden. „Vom Sekretariat der Schule aus wurde zeitgleich versucht, die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler telefonisch zu erreichen“, reagierte die Schulleitung auf mehrfach geäußerte Vorwürfe, die Eltern nicht rechtzeitig alarmiert zu haben.

Die Polizei blieb nach weiteren Ermittlungen bei der Beschreibung des bisherigen Sachverhaltes: Danach habe sich der Schuss aus der Waffe gelöst, als sie in der Jackentasche des 14-Jährigen steckte. „Auch die Augen des Jungen waren gereizt“, sagte Walter Panschar, Leiter des Kriminalpolizeilichen Ermittlungsdienstes. „Er hat sich das Gesicht sofort auf der Schultoilette gewaschen.“ Zudem sei ermittelt worden, dass der Schüler die Gaspistole im Verlauf des Freitagvormittags einem Mitschüler gezeigt hatte.