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Wetter Leere Schulen und volle Streusalzlager

WILDESHAUSEN - Kratzen, überall kratzen – wer am Donnerstag durch Wildeshausen ging, hörte das Geräusch an jeder Ecke. Schneeschieber schabten über den Asphalt, Eiskratzer über zugefrorene Autoscheiben. Der Winter hatte den Landkreis fest im Griff, doch die Menschen arrangierten sich damit: Trotz teilweise heftigen Schneefalls kam es bis zum Abend zu keinen ernsthaften Komplikationen aufgrund des Wetters.

Auf den Straßen im Landkreis war es friedlich. „Wir hatten bis zum frühen Abend keinen Unfall“, berichtete Polizei-Sprecher Carsten Grallert. Gleiches galt für die Autobahn 1 im Abschnitt zwischen Groß Ippener und dem Autobahndreieck Ahlhorn. „Die Verkehrsteilnehmer sind gut unterwegs“, so Josef Soika von der Autobahnpolizei in Ahlhorn. Dort waren am Donnerstag mehr Beamte als üblich im Einsatz. „Wir haben am Nachmittag drei Streifen zusätzlich.“

„Kinderhaus“ geöffnet

Der Landkreis hatte schon frühzeitig über Rundfunk den Unterrichtsausfall an den allgemeinbildenden Schulen gemeldet. „Am Donnerstag um 4.50 Uhr hat der Landrat dies entschieden“, sagte Maik Ehlers, Leiter des Amts für Schulen und Hochbau. Eine Betreuung in den Schulen war gewährleistet. So fanden sich auch an der Privatschule Gut Spascher Sand fünf Schüler ein. Das dortige „Kinderhaus“ hatte nach Angaben seiner Leiterin Katrin Wandschneider normal geöffnet. „Etwa 75 Prozent waren da.“ An der Realschule Wildeshausen wurden nach Angaben von Schulleiter Jan Pössel bis Schulschluss um 13.20 Uhr drei Kinder betreut. An der bewährten Praxis habe sich nichts geändert. Selbst während der „Eistage“ im Februar war die Schule stets geöffnet.

An der St.-Peter-Grundschule in Wildeshausen fanden sich am Donnerstag sechs Schüler ein. Alle Lehrkräfte waren vor Ort und kümmerten sich im Wechsel um sie, wie Schulleiterin Brigitte Schmidt mitteilte. Es wurde in erster Linie gebastelt und gespielt. „Wir haben die Meldung im Radio nicht mitbekommen“, berichtete die neunjährige Nicole. Dass sie trotz Schulausfalls in der Schule war, störte sie aber nicht: „Wir hatten viel Spaß. Es war nie langweilig.“ In der benachbarten Holbein-Schule wurden am Donnerstag 15 Schüler betreut. „Wir machen ihnen spielerische Lernangebote“, sagte Schulleiterin Heike Röhl.

Verständnis bei Eltern

In der Hunteschule blieben die Klassenräume dagegen leer. Sieben Schüler waren zum Unterricht gekommen, wurden in Absprache mit den Eltern aber wieder nach Hause geschickt. „So konnten wir sichergehen, dass sie nicht irgendwann in der Schule festsitzen, weil eventuell keine Busse mehr fahren. Alle hatten sehr viel Verständnis für die Situation“, sagte Konrektorin Martina Zahl. Sie und die anderen Lehrer nutzten den Schulausfall produktiv: „Heute kommt man endlich einmal dazu, schulorganisatorische Aufgaben abzuarbeiten.“ Wie an der Hunteschule blieben auch am Gymnasium Wildeshausen die Klassenräume leer. Lediglich ein Schüler fand sich dort am Donnerstagmorgen ein. Er trat sofort wieder den Heimweg an.

Seit 7 Uhr im Einsatz

Während sich die Schüler also über einen freien Tag freuten, bedeutete der Schneefall für die Mitarbeiter der Straßen- und Autobahnmeisterei Schwerstarbeit. Vor dem Lager mit Streusalz standen die orangen Schneeschieber Schlange. „Seit 7 Uhr sind wir pausenlos im Einsatz“, sagte Leiter Horst Behrmann. Pro Schicht waren 16 Männer mit 10 großen Fahrzeugen im Einsatz, um die Autobahn 1 zwischen Cloppenburg und Brinkum zu räumen und zu streuen. Streusalz sei ausreichend vorhanden, sagte Behrmann. Der Bauhof in Wildeshausen vermeldete ebenfalls, er habe noch ausreichend Streusalz auf Lager.

Wie überall im Landkreis herrschte auch auf dem Wildeshauser Wochenmarkt trotz Kälte und Schnee Gelassenheit. 17 Händler boten ihre Waren feil. „Die Zahl ist im Winter normal. Im Sommer kommen bis zu 30“, sagte Marktmeister Ernst Jochem. Absagen aufgrund des Wetters habe es keine gegeben. Der Kundenzulauf sei zufriedenstellend: „Ich bin zwar ein bisschen überrascht, aber viele Händler haben mir berichtet, dass die Geschäfte auch an diesem Wintertag gut laufen“, stellte Jochem fest. INTERVIEW, Seite 28

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