WILDESHAUSEN - Die Schulkinder freuen sich über vorzeitige Weihnachtsferien, die Räumdienste klagen über Streusalzmangel. Der extreme Winter hält die Menschen im Landkreis Oldenburg weiter in Atem. An allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie an der Graf-Anton-Günther-Schule wurde der Unterricht für Montag und Dienstag abgesagt (siehe auch die Meldung rechts).
Betreuung gewährleistet
Eine Betreuung in den Schulen war gewährleistet. Die Klassenräume des Gymnasiums Wildeshausen und der Hunteschule blieben dennoch leer, die Realschule besuchte am Montag nur ein Schüler. In der Holbeinschule wurden acht, in der St.-Peter-Grundschule vier Kinder betreut. „Die Schüler haben gemalt und gebastelt“, erzählte Brigitte Schmidt, Leiterin der St.-Peter-Grundschule.
Während an den Schulen der Unterricht ausfiel, hatten die Kindergärten normal geöffnet. Im Kindergarten „Schatzinsel“ etwa war jedoch rund ein Drittel der Kinder nicht anwesend. „Wenn die Geschwister schulfrei haben, lassen Eltern ihre jüngeren Kinder oft zu Hause. Einigen ist bei der Glätte auch der Anfahrtsweg zu riskant“, sagte Leiterin Kerrin Mellmann.
Mit Streusalz-Engpässen hat mittlerweile die Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen zu kämpfen. „Wir haben Lieferschwierigkeiten. Unmengen von Salz sind schon verstreut worden“, berichtete Leiter Horst Behrmann am Montag. Da die Meisterei nun mit Restbeständen auskommen müsse, die von Hannover aus verteilt werden, würde auf den Autobahnen nur noch die rechte Spur gestreut. Die linke Spur sowie alle Kreis- und Bundesstraßen würden nur noch geräumt.
Auch die niedrigen Temperaturen machen der Straßen- und Autobahnmeisterei zu schaffen: Unter sieben Grad wirkt das Streusalz nicht mehr auftauend.
Laster helfen bei Räumung
Ein Lkw-Fahrverbot, wie es in Nordrhein-Westfalen eingeführt wurde, hält Behrmann derzeit nicht für sinnvoll. „Durch ihr Gewicht zermalmen die Laster den Schnee. Das hilft uns ein bisschen bei der Räumung“, erläuterte er.
Im Wildeshauser Stadtgebiet wird das Streusalz ebenfalls knapp, wie die Verwaltung am Montag mitteilte. Der Winterdienst erfolge auf den Geh- und Radwegen wie gewohnt. Auch die Straßen würden weiterhin geräumt, der Einsatz von Streusalz werde jedoch eingeschränkt.
In den Verbrauchermärkten ist es um die Streusalz-Bestände schlecht bestellt. Im Hagebau-Markt ist seit Montag alles ausverkauft. „Wir hoffen auf eine Nachlieferung Anfang Januar“, berichtete Petra Runte-Apeler vom Service. Auch im Famila-Markt sieht es nicht wesentlich besser aus. „Wir haben momentan nur Streusand“, berichtete Manager Udo Frommhold am Montag. Heiner Harde von der Raiffeisen Warengenossenschaft zufolge sind die Preise für Streusalz schon deutlich gestiegen.
