WILDESHAUSENY - „Wir haben Abi-Abi-Abi-tur, Abi-tuhuhurhuur“, sangen 77 junge Frauen und Männer zum Abschluss der zweistündigen Entlassfeier. Der Stress der vergangenen Wochen war endgültig von ihren abgefallen. Es war der insgesamt 30. Abitur-Jahrgang, der am Sonnabend das Gymnasium Wildeshausen verließ. Mit den besten Wünschen für die berufliche wie private Zukunft überreichten Schulleiter Ralf Schirakowski sowie den Tutoren Elisabeth Däubler-Fahl, Jens Noltmann, Karsten Sudholz, Horst Römer und Ulrich Imig die Abitur-Zeugnisse.
Schnitt von 2,56
„Sie haben Großes geleistet für diesen Abitur-Jahrgang“, rief Schirakowski den jungen Leuten bei der Entlassungsfeier im Forum zu. Das Durchschnittsergebnis von 2,56 sei beachtlich. Zudem dankte Schirakowski der Kreisverwaltung als Schulträger sowie Landrat Frank Eger persönlich für ihr Engagement. Der Schulträger habe mit der Übernahme der Liegenschaft in schwieriger Zeit bewusst Verantwortung übernommen. Allerdings stünden noch viele Umbaumaßnahmen an.
Eger zitierte aus der ersten Abiturrede einer Frau in Deutschland – 1899 von Rahel Straus gehalten. Seither habe sich viel geändert. „Vergessen Sie nicht die, die sie auf Ihrem Weg begleitet haben“, betonte Eger. Er ermunterte dazu, den Zusammenhalt zu pflegen. Unter den Ehrengästen auch: die Elternratsvorsitzende Marina Dierks, die Schulleiter Steffen Akkermann und Wolfgang Bleyer, Wildeshausens stellvertretender Bürgermeister Uwe Leinemann, Dötlingens stellvertretender Bürgermeister Dierk Garms, Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes und Fleckenbürgermeister Werner Richter sowie Barbara Temeschinko-Rose für die Ev. Kirchengemeinde.
„Geben und Nehmen“
In seiner Tutorenrede appellierte Horst Römer an die Abiturienten mitzuwirken am „großen Projekt des Gebens und Nehmens“, quasi dem Gegenentwurf zum „Sozialdarwinismus“, der Ellbogengesellschaft. Um das Leben „da draußen im Dschungel“ erfolgreich zu bestehen, benötige man Menschen, die jederzeit ansprechbar seien oder denen man sein Talent schenken könne. Das werde sich lohnen. Denn: „Die Bereitschaft, beim Umzug den Schrank ins fünfte Stockwerk zu schleppen, schwindet bei den besten Freunden.“
Dank bei Lehrern wie Eltern sagten Christine Schröder und Julius Böckermann im Namen des Jahrgangs. Das Abitur gelte zwar als eines der am besten gefertigen Bretter zum Absprung ins Wasser des Lebens. Letztlich sei es aber nur ein Mosaikstein auf dem Lebensweg. Doch sie stünden vor „rosigen Aussichten“ – im Gegensatz zu den Lehrern, die nach den Sommerferien wieder in die Schule müssten.
