Ganderkesee - Das Gymnasium Ganderkesee platzt aus allen Nähten: „Wir sind im Bereich der Notlösungen“, wies Schulleiterin Dr. Renate Richter auf den hohen Raumbedarf hin. Zwei Fachunterrichtsräume und ein nur 42 Quadratmeter großer Gruppenraum seien bereits zu Klassenräumen umfunktioniert worden. Fünf Klassenräume werden im Gebäude der Oberschule genutzt. Zudem gibt es seit Jahren vier Containerklassen. Auch der Schulelternrat habe sich bereits „deutlich“ über die Situation beschwert.
„Es drückt“, betonte die Schulleiterin, als sich die FDP-Kreistagsfraktion in Begleitung des Ersten Kreisrats Carsten Harings, von Ludger Krone vom Amt für Schulen und Hochbau sowie dem FDP-Landtagsabgeordneten Christian Dürr am Donnerstag über die Situation des Gymnasiums informierte. Aktuell werden 1040 Schülerinnen und Schüler unterrichtet – Tendenz steigend. Das allein erkläre nicht den steigenden Raumbedarf: Mehr Schüler verbleiben in der Oberstufe. Auch der Klassenteiler hat sich verändert: Aus fünf 9. Klassen wurden sechs im Jahrgang 10. Zudem habe sich die „gute Arbeit“ des Gymnasiums herumgesprochen, sagte Harings. Die Lösung mit Containerklassen dürfe keinesfalls von Dauer sein.
Bis zum Jahr 2016 soll die Sanierung der Unterrichtsräume abgeschlossen werden. FDP-Fraktionschef Ernst-August Bode hakte nach, ob die für 2015 und 2016 eingeplanten Mittel – insgesamt 1,8 Mio. Euro – nicht besser für einen Neubau mit zwölf Klassenräumen ausgegeben werden sollten. „Ja, das wäre gut“, meinte Richter. Die Kreisverwaltung sagte eine Prüfung zu. Die Sanierung folge dann ab 2017.
Bis zum Jahresende werde die Sanierung der rund 420 Quadratmeter großen Pausenhalle abgeschlossen sein, erläuterte Krone. Dafür stehen 580 000 Euro im Kreishaushalt bereit. Hinzu komme eine „Verpflichtungsermächtigung“ in Höhe von 105 000 Euro für die Sanierung der Toiletten. Sie sind spätestes zum Fasching fertig, sagte der Ingenieur zu.
Vorgezogen wurden die Arbeiten zur Verbesserung der Bühnentechnik. Dafür stehen rund 65 000 Euro bereit. Die neuen feuerfesten Vorhänge seien bereits bestellt, ebenso die Bestuhlung. Zur Gestaltung der Bühnenwand sei ein Workshop mit Schülern eingerichtet worden. Dort werde mit Hilfe eines Grafikers ein großes Bild aufgebracht. Die runderneuerte Aula soll zur 40-Jahr-Feier des Gymnasiums im kommenden Jahr eingeweiht werden.
