Portsloge - „Ich finde es beeindruckend, dass Kinder in vielen Situationen glücklich sind, die für Erwachsene im Alltag eher unbedeutend sind“, sagt Susanne Wernicke, Erzieherin im evangelischen Nikolai-Kindergarten Portsloge. „Auch kleinere Kinder wissen genau, was sie glücklich macht.“
Am Freitag ist in der Portsloger Einrichtung ein Projekt zu Ende gegangen, deren Ausgangspunkt eine philosophische Frage ist: Was ist Glück?
„Eine Kollegin hatte geheiratet und in unserer Monatsandacht hatte dann eine andere Kollegin über das Glück gesprochen und unsere Kindergartenkinder gefragt, was das für sie sei“, berichtet Susanne Wernicke. „So viele Mädchen und Jungen wollten zu diesem Thema etwas sagen, dass die Zeit nicht reichte. So griff ich das Ganze auf und sprach mit Kindern aus allen Altersstufen in unserer Angebotszeit über verschiedene Aspekte des Glücks.“
Die Kinder – rund ein Dutzend aus allen Kita-Gruppen nahmen stets daran teil – hätten anfangs Szenen gemalt, wann sie glücklich seien. Glücklich bin ich, wenn ich so groß bin, dass ich allein zu Hause bleiben kann, wenn es regnet, weil dann die Blumen wachsen und man in Pfützen springen kann, wenn ich mit meinem Nachbar auf dem Radlader fahren darf, wenn unsere Familie ins Schwimmbad geht und ich mir anschließend etwas beim Kiosk aussuchen kann oder es Eis gibt oder beides, wenn meine Familie zum Fischteich geht und Fische füttert“, lauteten einige der Antworten.
„Wie sieht Glück aus?“ hieß die nächste Frage. Aus Zeitschriften schnitten Kinder Bilder aus, die sie mit Glück verbinden, und die zu Collagen zusammengestellt wurden: Fotos von Menschen, die lachen, Bilder von Kindern, die gemeinsam spielen oder von Tieren gehörten dazu.
Auf die Frage, wie sich Glück anfühle, wurde z.B. geantwortet „wie das Streicheln von Pferden, wie das Barfuß-Springen auf einem Trampolin oder wie Schaum in der Badewanne“. Kann man Glück riechen oder schmecken? Glück riecht nach „Bananen, nach Blumen, nach frischer Bettwäsche oder nach dem Deo (Parfüms) meines Bruders, hieß es.
Eine zweitägige Ausstellung mit Bildern, Collagen und Artikeln, die zu den Aussagen der Kinder passten (Bananen, Blumen etc.), beschloss das Projekt.
