Augustfehn - Warum wachsen Möhren verdreht und nicht gerade? „Weil sie einmal umgepflanzt wurden“, sagt Gärtnermeister Volkmar Epkes und lacht. Zusammen mit seinem Enkel Jason ist er an diesem Vormittag in einem besonderen Augustfehner Garten tätig, dem ehemaligen Töbermannschen Märchengarten. Die Aper Gruppe im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kümmert sich um dieses Areal an der Stahlwerkstraße in Augustfehn, das die Familie Töbermann früher beim „Fest der 1000 Laternen“ alljährlich in einen leuchtenden Märchengarten verwandelte.

Während Epkes und sein Enkel Unkraut jäten, Blumen pflanzen und weiter am Tipi für die Stangenbohnen bauen, hämmert Peter Henn, Sprecher der Aper Nabu-Gruppe, ein hölzernes Gestell zusammen. „Hier werden wir unser neues Schild platzieren, damit jeder sich informieren kann, was es mit diesem Garten auf sich hat“, sagt Henn.

„Wir wollen den brach liegenden Nutzgarten naturnah herrichten, zu einer Oase für Mensch und Tier umgestalten und ihn insbesondere auch in einen grünen Lernort für Kinder und Jugendliche verwandeln“, erläutert Epkes. „Wir freuen uns riesig, dass uns Holger Töbermann nach dem Tod seiner Eltern den Garten zur Verfügung gestellt hat. Das etwa 1500 Quadratmeter große Gelände an der Stahlwerkstraße läge ideal, wenige Meter entfernt vom Kindergarten „Zur Brücke“, vom Sportplatz, vom Letas-Haus des Ortsvereins und von der Oberschule bzw. der neuen IGS.

Schon aufgrund der Lage ergäben sich viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Nachbarn, sagt Epkes und berichtet, dass die Nachmittagsgruppe des Augustfehner Kindergartens, die auch sein Enkel Jason besuche, schon zu einer Nachwuchsgärtnertruppe geworden sei. Die Kinder hätten unter anderem Radieschen und Möhren gesät und beim Pflanzen der Frühkartoffeln geholfen.

Doch nicht nur Kita-Kinder sollen hier Flora und Fauna kennen lernen, auch die Oberschule habe bereits Interesse für eine Arbeitsgemeinschaft Garten angemeldet. Außerdem engagierten sich einheimische und ausländische Väter von Kinderartenkindern bei Gartenarbeiten, so dass das Projekt auch zu einem kulturell übergreifenden werde. Eigene Ideen für besondere Gartenaktionen habe man obendrein.

„Zunächst wollen wir den Garten auf Vordermann bringen“, sagt Epkes. Viele Pflanzen und Gartendeko seien gespendet worden. Außerdem hat der Nabu einen Bauwagen gekauft, der ein „lebendes Dach“ erhalten und am Rande des Gartens stehen soll.

Am Samstag, 20. Mai, ab 10 Uhr soll der Nabu-Garten mit Ehrengästen offiziell eingeweiht werden. Menschen, die sich für das Projekt engagieren oder die Nabu-Gruppe finanziell unterstützen möchten, sollen sich unter t   0 44 89/15 12 melden.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede