Heide - „Die Schülerzahlen sind in den letzten Jahren konstant geblieben“, sagt Ulla Dunker, Schulleiterin der Grundschule Heide. Gemeinsam mit 14 weiteren Lehrkräften und fünf pädagogischen Mitarbeitern bereitet sie rund 200 Kinder in der kleinen Dorfschule auf den Ernst des Lebens vor.
Vom demografischen Wandel sei hier noch nicht viel zu spüren, ergänzt Konrektorin Nadine Gellfahrt. Das hänge vor allem mit den Neubaugebieten zusammen. „Aber auch die werden irgendwann abgeschlossen sein, ob dann weiter junge Familien hier herziehen, ist natürlich schwer zu sagen“, so Gellfahrt.
Die Schule, die nach dem Bau im Jahre 1911 zunächst nur aus einem Gebäude mit einer Wohnung für den Lehrer bestand, unterlag in den folgenden Jahrzehnten stetigen Erweiterungen. „Heide war immer zu klein, es wurde ständig an- und umgebaut“, berichtet Ulla Dunker aus ihrer langjährigen Erfahrung. Seit 1995 ist sie an der Grundschule tätig, im Jahr 2000 wurde sie Konrektorin, 2002 übernahm sie die Leitung.
Gruppen- und Bewegungsräume entstanden, die das individuelle Arbeiten einfacher machten. Weitere Vergrößerungen wünsche sie sich eigentlich nicht mehr, sagt Dunker. „So wie es jetzt ist, ist es perfekt. Erstmals seit vielen Jahren werden in den Sommerferien keine Baumaßnahmen durchgeführt.“
Vor einem Jahr führte die Grundschule die so genannten Eingangsstufenklassen ein, in denen Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden. „Es ist ein ganz anderes Lernen. Die Kinder werden viel individueller gefördert“, erzählt die Schulleiterin.
Besonders in puncto Verantwortungsbewusstsein lernen die Kinder eine Menge. „Sie sind für ihr eigenes Lerntempo verantwortlich, jedes Kind entscheidet alleine, was es lernt“, erklärt Ulla Dunker. Dabei werden sie ganz individuell von den Lehrern unterstützt, währenddessen können die restlichen Schüler der Klasse gemeinsam oder alleine an ihren Aufgaben arbeiten. Am Ende einer Lerneinheit schreibt jeder Schüler einen Test, gemeinsame Klassenarbeiten gibt es in den zwei Eingangsstufenklassen nicht mehr.
Durch diese Neuerung im Unterricht haben sich auch die Klassenräume verändert. Es gibt jetzt Ablagesysteme für die verschiedenen Materialen, auch die Möbel stehen anders. „Den klassischen Frontalunterricht gibt es nicht mehr. Die Gruppen müssen sich zum Arbeiten zusammenfinden können“, so die Schulleiterin.
Neben dieser modernen Ausrichtung wird aber auch die Tradition groß geschrieben. „Wir bemühen uns, Kinder an die plattdeutsche Sprache heranzuführen und diese lebendig zu halten“, sagt Ulla Dunker. „Seit vielen Jahren unterstützt uns darin Anni Schlüter, die die Plattdeutsch-AG in der Schule anbietet“.
Zur Arbeit kommen beide Lehrerinnen jeden Tag gerne. Nadine Gellfahrt ist sogar nach ihrem Referendariat, das sie von 2004 bis 2006 in Heide absolvierte, 2010 als Konrektorin zurückgekehrt.
Die Planungen für das neue Schuljahr haben die beiden auch schon angeschoben. Im September soll es Projekttage zum Thema Bewegung geben, die mit einem Sponsorenlauf enden. „Der Erlös soll zu 75 Prozent der Schule zu Gute kommen. Unsere Kinder wünschen sich Spiel- und Klettergeräte“, so Dunker. Der Rest solle an das Kinderhospiz Löwenherz gespendet werden.
