Bad Zwischenahn - Um sich einen Überblick über die Umsetzung der Inklusion im Bereich der Grundschule zu verschaffen, hat Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann (CDU) die Grundschule am Wiesengrund besucht. Dort erläuterte Schulleiter Rolf Garbin, dass die Inklusion im Bereich der Seh- und Hörbehinderungen gut funktioniere. Mit Hilfe von Spenden hätten hier Arbeitshilfen beschafft werden können, die eine gute Beschulung ermöglichten. Bedauerlich sei, so Garbin, dass wichtige Hilfsmittel nicht von der Landesregierung finanziert würden. Der Mobile Dienst der Förderschule unterstütze die Arbeit an der Schule, so der Schulleiter weiter. Neben der Betreuung der Kinder mit Förderbedarf, führe er Fortbildungen für die Lehrkräfte durch und berate bei speziellen Fällen. Grundsätzlich seien Kinder, die inklusiv betreut würden, eine Bereicherung, so Garbin.
Schwieriger sei die Umsetzung der Inklusion bei Kindern mit Problemen in der emotionalen und sozialen Entwicklung. Diese Kinder würden viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es bleibe oft nicht genug Zeit für die eigentliche notwendige pädagogische Intervention. Noch schlimmer sei, dass die Lehrer in der Ausbildung nicht gelernt hätten, mit diesen außergewöhnlichen Situationen umzugehen, so Garbin. Hier wäre eine sonderpädagogische und psychologische Ausbildung wichtig.
Auf Nachfrage von Woltmann erklärte Garbin, dass er gegen eine Abschaffung der Förderschulen sei, da inklusive Schule nicht das gleiche leisten könne, wie die Förderschule. So seien an Förderzentren die Therapien vorhanden, die benötigt würden und könnten in den Stundenplan integriert werden.
„Beim Thema Inklusion muss das Kindeswohl an erster Stelle stehen – niemand darf überfordert oder unterfordert werden“, so Woltmann. „Das Angebot der inklusiven Schule sowie der Förderschule und das damit verbundene Elternwahlrecht sind auch in Zukunft unverzichtbar.“ Sie werde sich für den Erhalt der Förderschulen und für eine Verbesserung der finanziellen und personellen Ausstattung der inklusiven Schule einsetzen.
