WüSTING - Ilka lebt in Lassa-Houdé im Norden Togos. Sie ist elf Jahre alt. Das Mädchen leidet an einer typischen Tropenkrankheit in Westafrika, die ihr Augenlicht bedroht. Schon jetzt ist ihre Sehstärke beeinträchtigt. Um nicht zu erblinden, benötigt Ilka eine regelmäßige Behandlung in Togos Hauptstadt Lomé, die 480 Kilometer entfernt liegt.
Dass die Elfjährige die Chance auf eine ärztliche Versorgung bekommt und sie von ihren Eltern begleitet werden kann, ist auch den Kindern der Grundschule Wüsting zu verdanken. Sie haben am Mittwoch für diesen Zweck 426,10 Euro gespendet. Das Geld nahm Wolfram Hartrampf im Schulforum entgegen. Er kümmert sich als Koordinator des Vereins Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit (DAZ) um das Aidswaisen-Kinderhaus „Frieda“, über das Ilkas Behandlung finanziert wird.
Wolfram Hartrampf bedankte sich gemeinsam mit Marlies Pape für die Unterstützung der Wüstinger Grundschüler. Zu Ilka hat Hartrampf eine besondere Verbindung: Sie wurde in Lassa-Houdé geboren, als er im Jahr 2000 dort zum ersten Mal zu Besuch war. Pape fungiert als Patin für das Mädchen. Als Dankeschön ließ Hartrampf die Wüstinger Kinder geraspeltes Kokosnussfleisch probieren: „Damit verdienen Ilkas Eltern ihr Geld.“
Die Spende haben die Grundschüler im Juni mit ihrer Aktion „Ein Tag für Afrika“ erarbeitet. Statt Hausaufgaben machen zu müssen, haben sie einen Nachmittag lang Rasen gemäht, Hunde ausgeführt, im Haushalt geholfen oder den Hof gefegt – und sich ihr Engagement von Eltern, Omas und Opas oder Nachbarn mit Spenden honorieren lassen. In diesem Jahr waren insgesamt stolze 852,20 Euro zusammengekommen.
Neben der elfjährigen Ilka im togolesischen Lassa-Houdé profitiert auch eine Schule für taubstumme Kinder und Jugendliche in Sierra Leones Hauptstadt Freetown von der Aktion: Sie erhält die andere Hälfte des Erlöses. Der unmittelbare Kontakt in das westafrikanische Land, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt zählt, ist durch Lehrerin Karin Tellmann entstanden. Ihr Sohn Gerold hatte ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Schule absolviert.
„Ich bin immer wieder begeistert, wie gern sich die Kinder für andere einsetzen“, freut sich Schulleiterin Birte Kempers über das Engagement ihrer Schützlinge.
