WüSTING - Eine der drei Planstraßen im vierten Abschnitt des Neubaugebiets an der Wüstinger Hauptstraße wird nach dem langjährigen Schulleiter Jakob Backer benannt. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag auf Vorschlag des Bürgervereins Wüsting beschlossen.

Ursprünglich sollte diese Straße die Bezeichnung „An der Hemmelsbäke“ bekommen – diese Idee war indes schon im Fachausschuss wegen geografischer Ungenauigkeiten verworfen worden. Der Beschlussvorschlag aus dem Verwaltungsausschuss („Kurze Wisch“) konnte ebenfalls nicht begeistern. Da war die Benennung nach Jakob Backer nicht nur für Gerit Menkens (CDU) „ein guter Kompromiss“.

Fünf Ratsmitglieder (vier aus Reihen der SPD sowie der fraktionslose Jörg Kreusel) enthielten sich. „Ich kenne den Mann nicht. Ich würde gerne genauer hinterfragen, wem man hier die Ehre verschafft“, sagte Kreusel.

Horst Siemers (CDU) versuchte, die Bedenken zu zerstreuen: „Es handelt es sich um einen hoch angesehenen Mann – dem Vorschlag kann man beruhigt zustimmen.“

Jakob Backer wurde am 23. März 1916 im ostfriesischen Wolthusen bei Emden geboren. Vom 1. April 1955 an bis zu seiner Pensionierung am 1. August 1979 war Backer Schulleiter (zuletzt Rektor) der Volksschule Wüsting gewesen. In seiner fast 25-jährigen Wüstinger Schulzeit waren die Einführung der neunten Schuljahres und die Umstrukturierung des Schulsystems mit der Einrichtung einer Mittelpunkt-Schule und später einer mehrstufigen Grundschule sowie die damit verbundenen baulichen Veränderungen die herausragenden Ereignisse.

Nach seiner Pensionierung war er im Seniorenkreis der Kirchengemeinde Holle-Wüsting mit seinen Dia-Vorträgen und Lesungen stets ein gern gesehener Gast. Jakob Backer lebte seit Juni 2004 im Friedas-Frieden-Stift in Oldenburg. Am 5. Juni 2006 verstarb er.

Die beiden übrigen Straßen im vierten Bauabschnitt erhalten die Namen „Lange Wisch“ (Planstraße E) und „Beim Wall“ (Planstraße G).