ZETEL - Wer macht das Licht in der Klasse aus, wenn die Schüler zur Pause gehen, wer kümmert sich um das Herunterdrehen der Heizkörperventile, wenn gelüftet wird? Bald werden in den Grundschulen in Zetel, Bohlenberge und Neuenburg Energie-Sheriffs ihre Arbeit aufnehmen, wenn Wiebke Schönbohm-Wilke vom Regionalen Umweltzentrum Schortens nach den Sommerferien in die Grundschulklassen kommt.
Sie wird mit ihrer sprechenden Glühbirne „Elektra“ und dem Thermokissen „Thermi“ die Grundschulklassen besuchen und mit den Kindern über Möglichkeiten des Energiesparens sprechen. Das fängt beim Ausschalten der Beleuchtung in der Pause und nach Schulschluss an, das setzt sich über das Handhaben der Heizkörperventile und die Kontrolle, wie lange gelüftet wird, fort.
Aber auch andere Geräte können sich als Stromfresser entpuppen – etwa der CD-Spieler/Kassettenrekorder, der auf „Standby“ geschaltet ist. Dabei hilft der Stromkoffer, den Wiebke Schönbohm-Wilke mitbringt und der Aufschluss über den tatsächlichen Verbrauch von Geräten oder Leuchtmitteln gibt.
Und weil Lernen bekanntlich Spaß machen soll, gibt es auch einen Helligkeitsmesser, mit dem man die Beleuchtung in den verschiedenen Gebäudeteilen kontrollieren kann. „Die Kinder sind sehr begeistert“, weiß Wiebke Schönbohm-Wilke aus ihrer Tätigkeit im Jeverland. Ein Comic von Katharina Czaja, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im RUZ absolviert, der von Zeit zu Zeit an die teilnehmenden Klassen verschickt wird, soll motivieren, und eine Posteraktion in den Klassen soll das Ganze flankieren. Schließlich hat das RUZ auch noch die Hausmeister eingeladen, „sie sind die eigentlichen Hauptpersonen“, sagte Schönbohm-Wilke. Das RUZ leiht den Schulen auch Datenlogger aus, um zu überprüfen, ob es auch eine funktionierenden Nachtabsenkung der Heizung gibt.
„Ein guter Versuch, Ökonomie und Ökologie in den beiden Grundschulen zusammenzubringen“, wertet Bürgermeister Heiner Lauxtermann das Vorhaben. Finnaziert wird das Projekt durch eine Teilung der eingesparten Summe. Zugrundegelegt wird der Durchschnittsverbrauch der vergangenen drei Jahre, erläuterte Bernd-Uwe Janßen, pädagogischer Leiter des RUZ. Da komme schon einiges zusammen. „Wir hoffen, dass wir das wieder einspielen können.“
Ökologie im Schulalltag spiele eine große Rolle, berichteten die beiden Schulleiterinnen Hannelore Evers (Neuenburg) und Meike Kreutzburg (Zetel und Bohlenberge). So gibt es in beiden Schulen beispielsweise eine konsequente Mülltrennung.
Mit der Gemeinde Bockhorn sei man über die Einbeziehung der Grundshculen in Verhandlungen, berichtet Bernd-Uwe Janßen. Lediglich in Varel habe man noch keinen Erfolg gehabt.
Im Jeverland wird das Projekt an den
Grundschulen schon praktiziert
