ZETEL - Vier Tage arbeiteten die Beamten in Zetel. Ihr Thema: Prävention.
Von dagmar de levie
ZETEL - „Päpp“, die pädagogische Puppenbühne der Polizeiinspektion Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund, findet der Leiter der Zeteler Grundschule, Peter Krone, „ganz hervorragend“. Nur komme sie eben leider viel zu selten, bedauert der Pädagoge, der sich über die Auftritte der engagierten Polizisten nur etwa alle fünf bis sieben Jahre freuen kann. „Wenn von uns eine verlässliche Präventionsarbeit erwartet wird, sollte ,Päpp‘ mindestens alle zwei Jahre bei uns spielen, damit auch wirklich alle Kinder etwas davon haben“, sagt er.Lehrer sollten unterrichten und erziehen, und dazu passe de Puppenbühnenarbeit ganz prima, erläutert Krone. Gemeinsam mit dem Elternrat überlege die Schule nun, sich an das Innenministerium zu wenden mit der Bitte, einen häufigeren Besuch des Theaters zu ermöglichen. In der Grundschule Zetel sei die Prävention ein wichtiges Thema, unter anderem gebe es das Programm „Faustlos“ und ganz dringend, so der Rektor, „müssen wir die Suchtprävention ausbauen“. Darunter sei nicht zu verstehen, dass in der Grundschule bereits gekifft werde, sondern es gehe vielmehr um die Bereiche Fernsehen und Computer. So hatten die Gastspiele der Puppenbühne ergeben, dass viele Kinder bereits vor Schulbeginn vor dem Fernseher säßen. „Wir sind dabei, alternative Freizeitgestaltung vorzustellen, in diesem Bereich muss mehr gemacht werden“, zeigte Krone Wege auf.
Unterdessen präsentierten sich Hauptkommissar Uwe Wispeler und Oberkommissar Jürgen Paul in Zetel vier Tage lang als Polizisten zum Anfassen. Engagiert vermittelten sie den älteren Kinder – und deren Eltern – mit ihren Puppen Gewaltprävention, stellten Fragen, diskutierten mit den Jungen und Mädchen, zeigten Kontaktmöglichkeiten auf und suchten gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen. Für die Jüngeren stand die Verkehrsprävention auf dem Programm. Auch hier waren die Eltern gefordert, denn ohne sie, so die beiden Beamten, gehe das nicht: „Wenn sich nur 25 Prozent der Erziehungsberechtigten bereit erklären, teilzunehmen, kommen wir nicht. Prävention ohne Eltern kann man vergessen.“ Nun, in Zetel zeigten sich die Eltern aktiv. Vier Tage lang war „Päpp“ zu Gast an der Grundschule, „und es hat richtig Spaß gemacht“, freuen sich die beiden Beamten, die von Polizeioberkommissar Andreas Schöneich begleitet wurden, der im Vareler Kommissariat Sachbearbeiter für Prävention ist.
Unterwegs zwischen Cuxhaven und Verden, Diepholz und oldenburgZu „Päpp“
, der Puppenbühne der Polizeinspektion Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund, gehören Bianca Stutz, Jürgen Paul und Uwe Wispeler. Die Bühne wurde vor 16 Jahren gegründet, und seither besuchen die Beamten immer wieder Lehrgänge beziehungsweise begutachten andere Bühnen, um den Kindern ihr Wissen so überzeugend wie möglich zu vermitteln.Die drei gelten als „Polizisten zum Anfassen“, nehmen den Mädchen und Jungen schon in den ersten Minuten ihres Auftretens die Scheu vor der Uniform, wissen mit den Kindern umzugehen und geben genügend Raum zum Austauschen, Lachen und Überlegen. Hilfreich sind ihnen dabei so beeindruckende Figuren wie „Punky“, das Farbmonster „Konrad“ oder Fießling „Siggi Sinnlos“.
Unterwegs sind die drei Beamten zwischen Cuxhaben und Verden, Diepholz und Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven. Schon jetzt sind sie bis Mitte nächsten Jahres ausgebucht, können die Wünsche der Schulen gar nicht alle abdecken.
Die Kontaktaesse: Padagogische Puppenbühne der olizeiinspektion Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund, Peterstraße 29, 26382 Wilhelmshaven, Tel. 04421/942 400.
