ZETEL - Der Landkreis Friesland hat das Seminarhaus Fuhrenkamp in der Gemeinde Zetel an ein Maklerbüro aus Ostfriesland verkauft. Zuletzt war das Objekt an der Grenzstraße von der Volkshochschule genutzt worden. Die VHS und der Landkreis haben aber keine Verwendung mehr für das Seminarhaus.

Die Gemeinde Zetel wollte das Gebäude nicht kaufen, wie Bürgermeister Heiner Lauxtermann erklärte, weil sie keine Perspektive für eine öffentliche Nutzung sieht. Was zukünftig dort passiert, da hat die Gemeinde aber ein Wort mitzureden; denn wenn das Objekt nicht weiter als Seminarhaus, sondern anderweitig genutzt wird, muss der Bebauungsplan geändert werden, der vom Gemeinderat genehmigt werden muss. „Der Käufer war bei uns, wir haben mit ihm Nutzungsmöglichkeiten erörtert“, so Lauxtermann. Eine touristische Nutzung würde die Gemeinde Zetel unterstützen, ein Altenheim aber sicherlich nicht.

Das Seminarhaus ist wie das benachbarte Schullandheim Voslapp in den 1930er Jahren entstanden. Der frühere Zeteler Pfarrer Reinhold Carels hat die Geschichte in einem Aufsatz aufgearbeitet. Danach wurde es als Erholungsheim für die Marinewerft gebaut. Mit Kriegsbeginn 1939 war die Zeit für das Erholungsheim abgelaufen. Das Gebäude diente als Unterkunft für Soldaten. Nach dem Zweiten Weltkrieges übernahm der Zweckverband Friesische Wehde das Erholungsheim im Fuhrenkamp. Zunächst wurde es hauptsächlich als Unterkunft für die Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten genutzt. Die jüngeren Angehörigen wanderten nach und nach ab, weil sie nur auswärts Arbeit fanden. Aus dem Flüchtlingsheim wurde ein Heim für Senioren. 1958 wohnten dort 25 Personen. In dem Jahr gründete sich ein Verein innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zetel und übernahm den Pachtvertrag des Zweckverbandes. Eigentümer des Gebäudes war die Bundesvermögensstelle Wilhelmshaven.

Bis Mitte der 70er Jahre gab es im Fuhrenkamp das Altenheim. Dann wurde das Sankt-Martins-Heim in Zetel gebaut. 1978 verkaufte der Bund das 1,18 Hektar große Grundstück an der Grenzstraße mit Erholungsheim, Personalhaus, Spielhalle und einigen Nebengebäuden an die Evangelisch-Lutherische Kirche Oldenburg. Der evangelische Kirchenkreis Wilhelmshaven etablierte dort eine Freizeit- und Bildungsstätte.

Im Jahr 2000 kaufte der Landkreis Friesland die Immobilie. Es entstand eine Bildungsstätte für die VHS.