ZETEL - Eine weitere soziale Neuerung bietet die Gemeinde Zetel. Im Jugendzentrum können Schulkinder ihre Hausaufgaben machen.
von Hans Begerow
ZETEL - Ganz untypisch still ist es im Jugendzentrum in Zetel. Das liegt nicht nur an der Mittagszeit, sondern an dem neuen Angebot für Schulkinder, das es seit Dienstag im Jugendzentrum gibt. Während auf der Küchenzeile belegte Brötchen stehen und einige Kinder mit Schulranzen aufbrechen, werden nebenan noch Bücher gewälzt und Aufgaben erledigt: Als familienfreundliche Gemeinde bietet die Gemeinde eine von der Jugendpflege organisierte Hausaufgabenbetreuung nach der Schule an. Jeweils von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr können Haupt- und Realschüler der fünften bis achten Klassen das Angebot im Jugendzentrum nutzen.Katja (11) hat ein Arbeitsblatt für Englisch vor sich. Nachdem sie es mit Unterstützung von Ewa-Maria Ruta-Schwarte erledigt hat, wendet sie sich der Bruchrechnung zu. Nächste Woche steht eine Mathearbeit an. Nebenan am Tisch lernt Simone (10) englische Vokabeln. So kurz nach den Ferien hat ihre fünfte Klasse noch nicht so viel aufgekriegt. Aber die Aufgaben in Englisch und Mathe hat sie im Jugendzentrum erledigt.
Elf Kinder haben am ersten Tag das Betreuungsangebot genutzt, berichten Ewa-Maria Ruta-Schwarte und Kurt Seiler. Insgesamt 15 Kinder hatten sich angemeldet, einige kommen aber wegen Nachmittagsunterrichts nicht an allen Tagen. Mit 15 Schülern sei die Kapazität vorerst erschöpft, berichtet Ewa-Maria Ruta-Schwarte, die das Konzept entwickelt hat. Sie hat aber schon eine Warteliste angelegt, um weiteren Bedarf aufzunehmen. Ab Februar soll im Jugendzentrum mit weiteren Kräften die Betreuung erweitert werden. Gedacht ist auch an die Verpflegung der Kinder. Und Schulsozialarbeiter Holger Best ist ebenfalls in die Hausaufgabenbetreuung miteingebunden. Genutzt wird ein kleinerer Raum im Jugendzentrum und der offene Bereich. „Sonst müssten wir ausweichen in den großen Raum unterm Dach“, sagt Kurt Seiler. Das Interesse der Kinder sei groß, sie kämen freiwillig, loben die beiden Sozialarbeiter die Aktion Hausaufgabenbetreuung.
Vor der Tür stehen schon die ersten Jugendlichen, die ins Jugendzentrum wollen. „Es ist noch nicht halb drei“, schickt Ewa-Maria Ruta-Schwarte die beiden Jugendlichen wieder vor die Tür. Schließlich muss ja Ruhe sein, wenn im Jugendzentrum jemand Hausaufgaben erledigt.
Familienfreundliche Gemeinde
