Cloppenburg - Insgesamt 50 Neunt- und Zehntklässler der Oberschulen Lastrup und Marienschule Cloppenburg haben jetzt eine fünftägige Reise nach Frankreich unternommen. Bereits zum vierten Mal hatten die Schulen die Fahrt unter der Leitung von Ulrike Brittal-Joseph (OBS Marienschule) und Andrea Wolters (OBS Lastrup) gemeinsam organisiert.

Diesmal befand sich das Ziel allerdings nicht in Paris, sondern in die Normandie. Die Jugendlichen wohnten in einem Hotel am Rande der Stadt Caen, von wo aus sie Tagesfahrten unternahmen. So standen beispielsweise der deutsche Friedhof von La Cambe, wo mehr als 21 000 deutsche Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg ruhen, kleine Fischerdörfchen und das sich in Arromanches befindende 360-Grad-Kino mit den Landungsstränden der Alliierten auf dem Programm.

Weit über 100 000 Menschen starben im Sommer 1944 während der Kämpfe nach der alliierten Landung in der Normandie: Amerikaner, Briten, Deutsche, Franzosen, Kanadier, Polen und Angehörige vieler anderer Nationen. Mindestens 14 000 französische Zivilpersonen fielen den Kämpfen, vor allem den schweren alliierten Bombenangriffen, zum Opfer. Die Ausstellung im Informationszentrum am Friedhof La Cambe stellt weder die Schlachten noch die Kriegswaffen in den Vordergrund. Sie verherrlicht keine militärischen Leistungen, sondern zeigt Schicksale und lässt Menschen zu Wort kommen.

Bei einer Rundfahrt konnten sich die Schüler ein Bild vom zweitgrößten Hafen Frankreichs, Le Havre (Haute-Normandie), machen. Leider war ein am Tag zuvor am Kai liegende Kreuzfahrtriese der Aida-Flotte schon wieder ausgelaufen.

Bei strahlendem Sonnenschein führte die Route zu der Steilküste des Seebades Etretat mit den berühmten steilen Felsklippen, die mit ihren spektakulären Felsformationen den Ort auf beiden Seiten umrahmen. Wegen dieser hellen Kreidefelsen wird der Küstenabschnitt auch Alabasterküste genannt. Hier hatten die Jugendlichen auch die Möglichkeit, sich im Meer abzukühlen bzw. am Strand zu sonnen. Trotz des Steinstrandes hatten alle viel Spaß. Den Abschluss dieses Tages bildete dann das malerische Küstenstädtchen Honfleur, ein Hafenstädtchen mit pittoresken, schmalen und sechs Stockwerke hohen Häusern.

Zudem wurde unter anderem der Mont-Saint-Michel, eine große Touristenattraktion Frankreichs, angesteuert: Es handelt sich dabei um eine felsige Insel im Wattenmeer der Normandie. Die Insel ist etwa einen Kilometer von der Küste entfernt und nur circa 55 000 m² groß. Im Kloster lebten bis in die 1960er Jahre Benediktiner, seit 2001 Ordensleute der Gemeinschaften von Jerusalem. Der Berg und seine Bucht gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Außerdem wird er seit 1998 auch als Teil des Welterbes Jakobsweg in Frankreich aufgeführt.