Wildeshausen - Seit zehn Jahren lebt Angelica Hüls (46) in Wildeshausen, seit 16 Jahren in Deutschland. So lange organisiert sie auch schon den Schüleraustausch von Kindern aus der Alexander-von-Humboldt-Schule in Mexiko-Stadt nach Deutschland. Die deutsche Schule in Mexiko gehört zu den ältesten in Lateinamerika und besteht 120 Jahre. Auch Angelica Hüls ist dort zur Schule gegangen.
Unter den 25 Kindern im Alter von neun bis 15 Jahren, die sechs Wochen in Deutschland bleiben, wohnen mehrere in Wildeshauser Gastfamilien. „Die ersten zwei Wochen haben die Kinder in der Jugendherberge in Meppen verbracht. Die weiteren vier Wochen wohnen sie in den Gastfamilien zwischen Nordhorn, Papenburg und Wildeshausen“, erzählt Hüls. Es sei immer nur ein Kind in einer Gastfamilie, damit sie gezwungen seien, Deutsch zu sprechen. „Es geht darum, dass die Mädchen und Jungen ihre in der Schule erlernten Deutschkenntnisse im Alltag anwenden und darum, die deutsche Kultur kennenzulernen“, erklärt Hüls.
Ihre Eltern waren vor 50 Jahren nach Mexiko ausgewandert. „Meine Mutter hat an der Alexander-von-Humboldt-Schule als Lehrerin gearbeitet“, so Hüls. Ihre Mutter lebt nach wie vor in Mexiko, begleitet aber die Kinder als Betreuerin während ihres Deutschland-Aufenthaltes. Die Humboldt-Schule besuchen 80 Prozent mexikanische und 20 Prozent deutsche Mädchen und Jungen.
„Für die Kinder sind es hier tolle Erfahrungen, zum Beispiel mit dem Fahrrad zum Schwimmbad zu fahren“, sagt Hüls. In Mexiko-Stadt fahre niemand Rad. Einige Kinder hätten in Deutschland das erste Mal auf einem Fahrrad gesessen. Zwischen einigen Kindern, die nicht zum ersten Mal in Deutschland sind, und ihren Gastfamilien seien Freundschaften entstanden. So habe es auch schon Besuche in Mexiko gegeben.
