Wildeshausen - Für die meisten Schüler der zehnten Klasse am Gymnasium Wildeshausen ist der Januar die Zeit für ein Betriebspraktikum. Ich bin Praktikant in der Redaktion der Nordwest-Zeitung und habe in diesen zwei Wochen mit Mitschülern über ihre Praktika gesprochen. Ein Teil der Jugendlichen absolviert das Praktikum in Wildeshausen und Umgebung, andere haben aber auch Stellen in Oldenburg, Bremen oder sogar Braunschweig. Dieses Jahr war bei den Schülern besonders die Fotographie und die Architektur beliebt. Es folgen Praktika in Grundschulen und in Fitness- und Rehazentren. Auch exotisch anmutende Unternehmen wie zum Beispiel Radio Okerwelle oder die Henry Lamotte Food GmbH sind dabei.
Erste Erfahrungen
Eine Firma, die für eine Ausbildung in einem technischen Beruf in Frage kommt, ist die Firma Hermes Systeme in Wildeshausen. Dort macht Leon Oltmann (15) sein Praktikum. Leon erlebt dort die alltäglichen Arbeitsabläufe in den Bereichen Gebäudeleittechnik und Werkstatt/Produktion. Hermes Systeme ist ein deutschlandweites Unternehmen mit mehr als 180 Mitarbeitern, das Service rund um das Thema automatisierungstechnische Aufgabengebiete anbietet.
Es sei ihm nicht schwer gefallen, sich in den Betrieb einzuarbeiten. Die Arbeit teile er sich oft mit einem weiteren Praktikanten des Gymnasiums. Die ersten Tage durfte er mit in Leer auf Montage gehen. Dabei bekam Leon zudem Einblicke in die Programmierung von Gebäudeleitsystemen für die Steuerung und Regelung von Heizungs- und Lüftungsanlagen.
Kein Kaffeekochen
„Ich bin froh, dass ich dem Kaffeekochen und Kopieren aus dem Weg gehen konnte“, sagt Leon. Zu seinen Aufgaben gehöre unter anderem das Montieren von Kabelkanälen für Schaltschrankanlagen. „Auch wenn ich teilweise dasselbe erledigen muss, wird es nie langweilig, da immer etwas zu tun ist“, so Leon. Wie Christoph empfindet auch er ein Praktikum während der Schulzeit als sehr nützlich und kann sich vorstellen, später eine Ausbildung in seinem Praktikumsbetrieb zu beginnen.
Und auch ich bin Praktikant: Mein Name ist Alexander Pracht und ich bin in der Wildeshauser Redaktion der NWZ tätig. Meine Aufgabenliste war mindestens so lang wie die der anderen. Artikel am PC schreiben, Meldungen verfassen, Fotos schießen, für Umfragen auf die Straße gehen und Leute befragen. Selbstverständlich habe ich auch Redakteure begleitet, um zu sehen, wie sie arbeiten.
Viel Abwechslung
Da das Praktikum an diesem Freitag zu Ende geht, kann ich sagen, dass ich mir einen sehr abwechslungsreichen Beruf ausgesucht habe. Immer wieder konnte ich feststellen, dass ein Aufsatz in der Schule und ein Zeitungsartikel zwei Paar verschiedene Schuhe sind. Einen Sachverhalt zu erklären, zum Beispiel einen Unfall, will auch gelernt sein. Dazu gehört unter anderem immer, die berühmten „fünf W-Fragen“ zu beantworten: Wer, was, wann wo und warum. Schnell habe ich auch feststellen müssen, dass Telefonieren nicht gleich Telefonieren ist. Es ist ein Unterschied, ob ich mit meinen Kumpels am Telefon rede oder in einer Firma anrufe und mich nach etwas erkundige. Aber das lässt sich üben.
