Ganderkesee - „Wer ein solches Projekt betreut, braucht immer neue Ideen, damit die Kinder etwas werden können“, sagte Hans-Ulrich Hoss, Delmenhorster Allgemeinmediziner und Vertreter des Projekts Aids-Waisenkinder-Hilfe „Kinderhaus Frieda“ in Lomé im westafrikanischen Togo, am Mittwoch Schülern des Gymnasiums.

Durch die Initiative der Geschwister Wolfram Hartrampf und Bernade Hartrampf-Yovogan vom Arbeitskreis Hude/Delmenhorst der „Deutsch-Afrikanischen Zusammenarbeit“ (DAZ) sowie dem Deutsch-Togolesen Etienne Yawo-Dablé entstand 2003 die Idee zum Projekt. Sie wollten Kindern ein neues Zuhause und Chancen für eine bessere Zukunft ermöglichen, denn in Afrika sind Kinder besonders betroffen von der Aids-Epidemie. „In Togo brechen die Sozialstrukturen zusammen“, erklärt Hoss. Die Generation der jungen Erwachsenen ist kaum mehr vertreten, da gerade in dem Alter viele an HIV/Aids erkranken und sterben.

Auch wenn die familiären Beziehungen in Togo sehr stark seien, seien Verwandte in der Regel nicht in der Lage, die Waisen aufzunehmen, da sie Schwierigkeiten hätten, sich selbst zu versorgen. Oft würden die Kinder ausgesetzt, in angrenzende Länder als Sklaven verkauft oder von Machthabern als Kindersoldaten eingesetzt.

Im Sommer 2004 wurde in Togos Hauptstadt ein Verein zur Hilfe von Aids-Waisenkindern gegründet. Dieser afrikanische Verein sowie die DAZ betreuen gemeinschaftlich das Kinderhaus. 2005 wurde der Grundstein für das Waisenhaus gelegt, die politischen und juristischen Rahmenbedingungen stellte der DAZ.

Am 11. August 2006 folgte die Eröffnung. Das ist mehr als sechs Jahre her, doch die 24 Kinder, die seitdem im Haus leben, sind noch immer dieselben. Mittlerweile sind sie zwischen zehn und 16 Jahre alt. Den Bewohnern wird das geboten, was vielen Afrikanern fehlt: Nahrung, Unterricht, ärztliche Betreuung und vor allem ein Zuhause. „Um nun ganz konkret die Ausbildungen ab 2013 für die ältesten Kinder zu bezahlen und Jüngere im Heim unterzubringen, sind wir auf Spenden angewiesen“, erläutert Hoss.

Die Auswahl, welches Kind im Heim untergebracht wird, treffen die Mitglieder des togolesischen Vereins. „Die Kinder werden trotz ethnischer Spannungen im Land bewusst gemischt, damit Aggressionen abgebaut werden und sie zusammen aufwachsen können“, betont Hoss.

Am Gymnasium findet nun am Sonnabend, 24. November, von 14 bis 17 Uhr die „Weihnachtskunst“ in vierter Auflage statt. Die gesamte Schülerschaft, vornehmlich die fünften bis zehnten Jahrgänge, fertigen seit Wochen weihnachtliche Kunstwerke wie Kalender und Tannenbaumschmuck im Unterricht und an Klassenprojekttagen an. „Wir wollen eine kuschelige Atmosphäre im Eingangsbereich der Aula schaffen“, kündigt Stefanie Schulte an, die gemeinsam mit Frauke Lippert in der Organisation der „Weihnachtskunst“ federführend ist. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Neben Kaffee, Waffeln und Kuchen, werden in diesem Jahr auch spanische Spezialitäten angeboten. Eine Versteigerung nach amerikanischer Art sowie eine Verlosung, organisiert von der Schülervertretung, wird den Besuchern ebenfalls geboten. Der Erlös des Verkaufs der Artikel wird komplett dem Projekt zugeführt.