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Überschallflüge während Nato-Übung Ab sofort knallt’s im Nordwesten wieder häufiger

Ein F-35 vom Heritage Flight Team vollzieht einen Hochgeschwindigkeitsflug. Bei der Überschreitung der Schallgeschwindigkeit ist die Wolke sehr gut zu erkennen.

Ein F-35 vom Heritage Flight Team vollzieht einen Hochgeschwindigkeitsflug. Bei der Überschreitung der Schallgeschwindigkeit ist die Wolke sehr gut zu erkennen.

Alexander Cook/U.S. Air Force/dpa

Im Nordwesten - Tornado, Eurofighter, F-35 und noch viele mehr: Etwa 250 Luftfahrzeuge werden bis zum 23. Juni an der Nato-Übung „Air Defender 23“ teilnehmen – darunter auch Dutzende Kampfjets, die theoretisch schneller als der Schall über Deutschland fliegen können. Wie häufig das in den kommenden Tagen auch praktisch der Fall sein wird, ist laut Bundeswehr zwar nicht vorhersehbar. Fakt aber ist: Wenn ein Jet die Schallmauer durchbrechen wird, ist das (eigentlich) nicht zu überhören.

Was hat es mit dem Knall auf sich ?

Der Grund für das laute Geräusch, das teilweise an den typischen Knall einer Peitsche erinnert, ist eigentlich relativ schnell erklärt: Menschen nehmen es akustisch wahr, weil und sobald die Stoßwelle, die durch die Bewegung eines Flugzeugs durch die Luft ausgelöst wird, unser Ohr erreicht.

Könnte also jedes Flugzeug den Knall-Effekt erzeugen ?

Die physikalische Erklärung zeigt, dass Flugzeuge für den Knall-Effekt extrem schnell durch die Luft düsen müssen – nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation mit einer Geschwindigkeit von mindestens 343 Metern pro Sekunde. Dies entspricht mehr als 1200 Kilometern pro Stunde. Denn ein Flugzeug stößt beim Flug Moleküle vor sich her, drängt diese zusammen und erzeugt dadurch eine Druckwelle. Wenn diese Welle mit Schallgeschwindigkeit überholt wird, kann die Luft die Dichteschwankungen nicht mehr schnell genug ausgleichen. Nun steigt die Dichte der Luft kegelförmig um das Objekt herum weiter an. Diese Erhöhung der Dichte (Schallmauer) ist dann als lauter Knall zu hören, sobald sie das Ohr erreicht.

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Wann müssen die Menschen im Nordwesten mit Lärm rechnen ?

Die gute Nachricht für alle Ruhe-Liebhaber: Nachts und am Wochenende finden keine Übungsflüge statt. Allerdings ist der Nordwesten Deutschlands Teil des sogenannten „Übungsluftraumes Nord“. Und schon im Vorfeld des Manövers hatte die Bundeswehr bekannt gegeben, dass der nördliche Übungsraum zwischen 16 und 20 Uhr für die militärische Nutzung zeitweise reserviert sein werde. Trotzdem sind die Knallgeräusche in dieser Zeit eher Ausnahme als Regel, da die Überschallflüge laut Bundeswehr über dem offenen Meer vorgesehen sind.

Sinnvolle Planung einer Gassi-Runde

Der laute Knall nach dem Durchbrechen der Schallmauer kann auch Tieren einen Schrecken versetzen. Verhaltensbiologin und Hundetrainerin Marie Nitzschner rät Hundehaltern deshalb, „wenn möglich außerhalb der Übungszeiten mit dem Hund rauszugehen, vor allem wenn der Hund lärmempfindlich ist“.

Bei einem Spaziergang sollte außerdem darauf geachtet werden, den Hund angeleint zu lassen. Außerdem sollte das Halsband laut Nitzschner eng genug sein, so dass der Hund sich nicht in Panik rauswinden kann. Die Expertin empfiehlt, entweder ein Sicherheitsgeschirr (zwei Gurte um den Bauch) oder Halsband und normales Geschirr zu verwenden, wenn der Hund ängstlich ist.

Sind die Knallgeräusche gefährlich für das menschliche Ohr ?

Ein Knalltrauma durch Überschallflüge ist medizinisch zwar nicht auszuschließen, insgesamt aber eher unwahrscheinlich. Die Gefahr von beispielsweise zersplitterten Fensterscheiben soll zudem durch die Flüge über dem offenen Meer minimiert werden.

Ist der Knall auch irgendwie zu sehen ?

Theoretisch können Menschen einen Überschallflug an der markanten Wolke erkennen, die sich hinter dem Flugzeug bildet. Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit entladen sich die Druckverdichtungen nämlich und breiten sich kegelförmig hinter dem Flugzeug aus. Die Sichtbarkeit ist aber auch abhängig von der Flughöhe der Jets. Während des Nato-Manövers werden die Übungsmissionen in der Regel in einer Höhe von 2500 bis 15 000 Metern geflogen. Tiefflüge von Jets und Transportmaschinen sind aber nur in einem Teil des östlichen Luftübungsraumes geplant.

Warum gibt es Überschallflüge überhaupt ?

„Ein Zweck von Überschallflügen ist die Überprüfung der Funktionen von Triebwerk, Steuerorganen und anderen Flugzeugsystemen“, heißt es generell vom Luftfahrtamt der Bundeswehr. Insbesondere nach Instandsetzungsarbeiten und Kontrollen ist ein Testflug, auch im Überschallbereich, nötig. Erst wenn alles getestet wurde und funktioniert, wird ein Flugzeug wieder freigegeben.

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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