Oldenburg - Die Polizei hat am Dienstagabend rund 60 Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Kennedystraße evakuiert. Nach Auskunft der Polizei handelte es sich bei der Aktion um eine „Vorsichtsmaßnahme“.

Hintergrund des Einsatzes, der gegen 19.30 Uhr begann, war die in sozialen Netzwerken verbreitete Suizidankündigung einer in dem Haus gemeldeten Mutter mit Kind, von der die Beamten Kenntnis erhalten hatten. Die 32-Jährige hatte sich mit einer Elf-Kilo-Gasflasche fotografiert.

Ob sich die Frau tatsächlich in der Wohnung aufhielt, war zunächst unklar. Die Einsatzleitung entschied sich, die übrigen Hausbewohner aufzufordern, das Gebäude zu verlassen. Die Bewohner fanden vorübergehend in zwei Bussen der VWG Quartier.

Gegen 21.30 Uhr traf ein Verhandlungsteam vor Ort ein, um mit der Frau Kontakt aufzunehmen – ohne Erfolg. Gasmessungen verliefen negativ. Weil die 32-Jährige auch auf Lautsprecherdurchsagen nicht reagierte, öffnete die Polizei gegen 22.45 Uhr die Wohnungstür und fand die Frau mit ihrer sechsjährigen Tochter schlafend vor, berichtete Polizei-Sprecher Franz Reinermann der NWZ. Das Kind wurde in Obhut des Jugendamtes gegeben. Die Mutter kam in die Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen.