Blexen - Dem schnellen Einsatz der Seenotretter verdankt eine 63-jährige Nordenhamerin ihr Leben. Die Besatzung des Seenotkreuzers Hermann Rudolf Meyer rettete die Frau, die in der Nähe des Blexer Fähranlegers im Wasser trieb. Nach Auskunft der Polizei wurde sie ins Krankenhaus Reinkenheide gebracht und befindet sich inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.
Gegen 22.20 Uhr erreichte der Alarm die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Weserfähre Bremerhaven befand sich in der Nähe des Blexer Anlegers, als ein Matrose Hilferufe hörte. Eine Frau war offenbar vom Fähranleger in die Weser gestürzt.
Auf dem in Bremerhaven stationierten Seenotkreuzer wollte die Besatzung gerade die Nachtruhe beginnen, als der Alarm einging. Auch in den Kammern der vier Männer, die rund um die Uhr an Bord auf Wache sind, laufen die Funkempfänger ständig mit. „Wir haben sofort die Leinen losgeworfen“, berichtet Vormann Andreas Brensing. Das 23 Knoten (rund 43 Stundenkilometer) schnelle Spezialschiff benötigte nur wenige Minuten für die Fahrt von seinem Liegeplatz im Alten Vorhafen von Bremerhaven zum Unglücksort.
Dort ging ebenfalls alles sehr schnell. Aufgrund der besonderen Bauweise der Fähre, konnte deren Besatzung keine Hilfe leisten, teilt die DGzRS mit. Die Weserfähre war aber in unmittelbarer Nähe geblieben, so dass die Seenotretter die Frau nicht lange suchen mussten. Auf von der Fähre ins Wasser geworfene Rettungsringe hatte die Frau bereits nicht mehr reagiert. Als die Seenotretter eintrafen, schwamm sie bereits kopfüber in der acht Grad kalten Weser.
Jetzt kam es auf jede Sekunde an. Über eine absenkbare Heckklappe ließen die Retter ihr Tochterboot Christian mit zwei Männern an Bord zu Wasser. Über die Bergungspforte nahmen sie die Frau an Bord.
Die DGzRS-Besatzung rechnete bereits mit dem Schlimmsten, doch kam die bereits stark unterkühlte Frau auf dem Tochterboot wieder zu sich. „Das war Rettung in letzter Minute. Ohne die Aufmerksamkeit des Matrosen der Weserfähre wäre sie jetzt vermutlich nicht mehr am Leben“, sagt Andreas Brensing.
Die Seenotretter bestellten einen Rettungswagen zu ihrem Liegeplatz in Bremerhaven und übergaben die Frau dort an den Landtrettungsdienst. Auch die DLRG-Ortsgruppe Nordenham war alarmiert worden. Die Bootsmannschaft konnte nach der erfolgreichen Rettung durch die Kollegen der DGzRS ihre Vorbereitungen aber wieder abbrechen.
