Ahlhorn - Bei einem Rettungseinsatz zählt jede Sekunde. Um die optimale Versorgung gewährleisten zu können, nahmen die Rettungssanitäter der Wache der Johanniter-Unfall-Hilfe in Ahlhorn am Donnerstag einen neuen Einsatzwagen in Betrieb.
„Nach vier bis fünf Jahren und etwa 200 000 Kilometern auf dem Tacho hat ein Rettungsfahrzeug sein Soll erfüllt“, erläutert Jörn Kaminski, Leiter Rettungsdienst des Landkreises Oldenburg. So nun auch das in Ahlhorn.
Alena Kloberdanz, Rettungswachenleiterin des Ortsverbands Ahlhorn der Johanniter-Unfall-Hilfe, und ihr Stellvertreter Dennis Heidenreich sind zufrieden: Die Ausstattung des neuen Rettungsfahrzeugs entspricht nun wieder dem aktuellen Stand der (Medizin-)Technik.
So erleichtern neue Geräte die Arbeit der Rettungssanitäter. Die elektrische Trage verbessert nicht nur das Anheben und Tragen von Patienten, sondern hält auch ein Gewicht von über 300 Kilogramm – im Vergleich zu 130 Kilogramm bei der bisherigen Trage.
Eine weitere Neuerung ist der „Raupenstuhl“. Dieser ermöglicht den Patiententransport treppab, indem die „Raupen“ die Stufen hinabgleiten.
Auch das neue Beatmungsgerät „ist einfacher zu bedienen, intuitiver“, so Kloberdanz. „Alle sicherheitsrelevanten Standards wurden umgesetzt“, fährt sie fort.
Im gesamten Landkreis sollen nun alle Rettungsmittel der Rettungsdienste identisch sein, denn: „Man arbeitet ja auch zusammen in Einsätzen“, sagt Jörn Kaminski. „Von Gerätschaften bis zum Equipment sind alle Fahrzeuge gleich ausgestattet“, führt Kloberdanz aus. So wisse jeder, was sich wo im Wagen befindet. „Dadurch erhalten wir eine hohe Versorgungsqualität“, ist Kaminski sicher.
Dabei gelte es, sowohl den Entwicklungen in der Medizintechnik als auch der Erfahrung der Einsatzkräfte Rechnung zu tragen.
Jeder der 21 Mitarbeiter und sechs Auszubildenden auf der Wache muss sich gut mit dem Fahrzeug auskennen, auch ein bisschen mit der Fahrzeugtechnik, sagt Alena Kloberdanz. Denn kleinere Instandhaltungsarbeiten werden von ihnen erledigt.
Etwa 160 000 Euro kostet so ein voll ausgestatteter Rettungswagen. Die Finanzierung gestaltet sich etwas kompliziert: Der Ortsverband ist Teil des niedersächsischen Rettungsdienstes. Träger ist nach dem Niedersächsischen Rettungsdienstgesetz der Landkreis Oldenburg, Kostenträger wiederum sind die Krankenkassen.
Der Landkreis als Träger verhandelt mit den Krankenkassen als Kostenträger ein jährliches Budget, dessen Bestandteil auch die Beschaffung der neuen Fahrzeuge ist. Allerdings gehen die Johanniter zunächst in „Vorleistung“, sagt Martin Gobert, Dienststellenleiter des Ortsverbands Ahlhorn.
„Man kann nur hoffen, dass es selten benötigt wird“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, Thorsten Schmidtke, bei der Vorstellung des Fahrzeugs. Leider ist das bisher nicht die Regel: Ein Wagen in Ahlhorn fahre im Monat im Schnitt 130 Einsätze, so Kloberdanz.
Diese starten die Rettungssanitäter seit Dezember 2017 mit den zwei Wagen vom jetzigen Standort an der Wildeshauser Straße 7d (G 213) in Ahlhorn. Von hier befahren sie vor allem im Gemeindegebiet sowie zwischen Wildeshausen und Sandkrug, wo sich die nächsten Rettungswachen befinden. Sie sind aber auch darüber hinaus im Einsatz: Die Leitstelle alarmiert immer das dem Unfallort nächste Fahrzeug.
