Ahlhorn - Landrat Carsten Harings ließ an der Bedeutung dieses Tages keinen Zweifel aufkommen. „Die neue Rettungswache ist ein Geschenk für die Johanniter-Unfall-Hilfe, aber vor allem für die Bürger im Landkreis Oldenburg“, sagte er bei der offiziellen Einweihungsfeier am Freitag in der Fahrzeughalle der Wache an der Wildeshauser Straße (G 213) in Ahlhorn. Vor rund 100 Gästen aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens hob Harings hervor: „Diese Wache ist von strategisch hoher Bedeutung für den Rettungsdienst und die Versorgung der Bevölkerung.“ Wie alle Redner in der Feierstunde gratulierte der Landrat zu dem gelungenen Gebäude.
Die neue Rettungswache an der Wildeshauser Straße ist nach modernen Standards gebaut worden. Die Nutzfläche beträgt 362 Quadratmeter. Das Gebäude ist ebenerdig, hat kurze Wege von allen Räumen zu den Fahrzeugen und keine verwinkelten Ecken. Im Einsatzfall sind die Rettungskräfte deutlich schneller und gefahrloser beim Fahrzeug und können schneller ausrücken als im alten Gebäude. Hygiene, Materiallager, Abgasabzugsanlage und vieles mehr entsprechen den neuesten Anforderungen. Perspektivisch können bei ansteigenden Einsatzzahlen drei weitere Ruheräume für die Besatzung eingerichtet werden durch Aufstocken des Gebäudes. 20 Retter arbeiten zurzeit in der Wache Ahlhorn, darunter sechs Auszubildende zum Notfallsanitäter.
Der Ortsverband Ahlhorn, im Jahr 1962 gegründet, hat derzeit 69 hauptamtliche Mitarbeiter und 169 ehrenamtliche Helfer. Er deckt ein sehr vielfältiges Aufgaben- und Angebotsspektrum ab.
Wie sehr die Johanniter mit Ahlhorn und der Gemeinde Großenkneten verbunden ist, machte schon die Begrüßung der Gäste durch den Dienststellenleiter des Ortsverbandes, Martin Gobert, deutlich. Von der Kirche bis zur Feuerwehr, von der Exxon bis zu Dietrich-Bonhoeffer-Klinik, von der Politik bis zur Verwaltung, war alles vertreten.
Der Regionalvorstand der Johanniter, Wilfried Barysch, betonte, dass die neue Rettungswache für insgesamt 880 000 Euro nach modernsten Standards errichtet worden sei und zwar noch komplett in diesem Jahr. Die Planungen für den Neubau haben vor mehr als vier Jahren begonnen. Der Grund: Die bestehende Wache der Johanniter an der Königsberger Straße 10 „ist mitten in einem Wohngebiet denkbar ungünstig gewesen“. Zudem sei das Angebot der Johanniter in Ahlhorn immer weiter gewachsen, so dass die Räume fehlen. „Im neuen Haus sind die Wege von den Ruhe- und Aufenthaltsräumen kürzer geworden, ebenso die Zufahrt zur Hauptstraße.“ Barysch bezeichnete den Neubau als großen Schritt für den zukunftsfähigen Rettungsdienst. Er lobte das Zusammenspiel mit dem Landkreis als Träger des Rettungsdienstes und den Kostenträgern.
Gemeinsam gaben Pfarrer Dietrich Jaedicke und Pfarrer Ludger Brock den Segen. Er gelte den Menschen, die hier arbeiten und den Dienst am Nächsten leisten, betonte Brock.
Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke hob hervor, wie schwer es sei, in den gewachsenen Strukturen des Ortes ein derartiges Gebäude unterzubringen. „Das ist ihnen gelungen“, sagte er in Richtung der Johanniter zu der zentralen Lage und dankte auch der Grundstücksverkäuferin Sonja Grotelüschen-Tschorr dafür. „Das Gebäude passt hier hervorragende hin“, so der Bürgermeister. Die Johanniter sind aus dem Wohlfahrts- und Rettungswesen der Gemeinde nicht wegzudenken. Pfarrer Udo Dreyer, Koordinator für Notfallseelsorge, bezeichnete die Rettungssanitäter als „Helden des Alltags“. Die schöne und funktionale Wache sei auch ein Stück Wertschätzung angesichts der oft belastenden Arbeit.
Die Politiker Astrid Grotelüschen und Axel Brammer, Thomas Enneking von Exxon und Gunter Burgemeister, Chefarzt der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik, stimmten in ihren kurzen Beiträgen in den Chor der Lobgesänge auf die Johanniter und die Wache ein.
