Ahlhorn - Die Ankündigung klang spektakulär: Ein „Brandversuch High Hazard Storage“ sollte am Mittwoch stattfinden. High Hazard Storage – das heißt so viel wie „Hochrisiko-Lager“. Was dann im Metropolpark Hansalinie in Ahlhorn passierte, wirkte optisch jedoch wenig spektakulär, denn ein großes Feuer gab es für die etwa 100 Gäste nicht zu sehen – und ein kleines auch nur indirekt.

Für Geschäftsführer Stephan Luker von der Phoenix Fire Protect Developement GmbH aus Garrel, die den Brandversuch seit einer Woche aufgebaut und geprobt hatte, war das aber das Wunschergebnis. „Es ist super gelaufen“, sagte Luker.

Doch was war eigentlich das Ziel der Aktion, die neben Bürgermeister Thorsten Schmidtke auch zahlreiche Vertreter aus Planungsbüros, Versicherungsgesellschaften und der Ernährungswirtschaft beobachteten?

Der Aufbau

In einem geschlossenen Raum in einem Flugzeug-Shelter auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände hatten Phoenix-Mitarbeiter 400 Kisten aus Polyethylen gestapelt, so wie es in Lagerstätten in der Lebensmittelindustrie – vor allem in der Fleischbranche – gang und gäbe sei. Hier wurde unten ein Brand ausgelöst.

Der Brandversuch

Per Livestream konnten die Gäste im Zelt vor dem Shelter den Versuch verfolgen – live dabei sein war aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Viel zu sehen gab es allerdings nicht: Eine kleine Flamme wurde entzündet (siehe Bild), die sich zwischen den Kistenstapeln noch etwas ausbreitete – allerdings nur wenig. Dann verdunkelte der Rauch sowie der von Phoenix in den Raum geleitete Wassernebel die Sicht. Letzterer verhinderte dazu – wie gewünscht – die Ausbreitung des Feuers. Nach einigen Minuten war ein ordentlicher Krach zu vernehmen: Die Kistenstapel waren eingestürzt, weil die unteren Schaden genommen hatten und nicht mehr standhielten. Zu sehen war davon auf dem Bildschirm allerdings nichts mehr.

Was ist passiert?

Ein Feuer brauche drei Dinge, um sich auszubreiten: Sauerstoff, Brennstoff und die Entzündungstemperatur. „Das Feuer zieht sich den Sauerstoff aus der Luft“, erklärte Luker: „Unsere Anlage versorgt den Raum mit Wassernebel, so dass das Feuer das Wasser zu sich zieht. Die Wasserteilchen werden gasförmig, das hat schon mal einen Kühleffekt. Außerdem dehnt es sich um das 1600-fache aus und verdrängt den Sauerstoff vom Brandherd.“

Versuchsende

So konnte sich das Feuer nicht ausbreiten. Auch eine Hitzeentwicklung gab es kaum. „Bei einem Brand sind nach wenigen Minuten oft 100 Grad erreicht. Wir haben nach einer Viertelstunde gerade 30 Grad gemessen“, berichtete Luker. Starke Rauchentwicklung gab es trotzdem – um die kümmerte sich die Freiwillige Feuerwehr Ahlhorn.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion