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Weltkrieg Im Wald bei Ahlhorn zerschellt

AHLHORN - Als am 13. Januar 1945 eine JU 88 G9 der in Ahlhorn stationierten Nachtjägergruppe 2 vom Fliegerhorst startete, stürzte die Maschine nur wenig später aus ungeklärter Ursache in einem Waldstück am Fahrenkamp ab. Das Flugzeug zerschellte. Die vier Besatzungsmitglieder wurden bei dem Aufprall getötet.

Jetzt, mehr als 66 Jahre danach, wurde der Absturz noch einmal in Erinnerung gerufen. Hermann Wilke, dessen Mutter das Waldstück gehört, stieß nach einer Rodung auf Metallteile, suchte mit einem Metalldetektor weiter. Und fand schließlich neben vielen Kleinteilen und Munition aus der Maschine auch eine Erkennnungsmarke.

Über die Wehmachts-Auskunftsstelle in Berlin gelang es Wilke, den Namen des Unteroffiziers und Bordfunkers Helmut Schneider herauszubekommen.

„Ich wollte die Angehörigen finden“, so Wilke. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Der abgestürzte Soldat stammte aus einer Gemeinde im Westerwald, die später eingemeindet wurde.

Wilke landete schließlich beim Kirchenamt in Mudenbach, wo er sich nach Angehörigen des am 27. August 1922 geborenen Helmut Schneider erkundigte.

Man versprach, sich zu kümmern. Wie es der Zufall will, erhielt Wilke schon eine halbe Stunde später den Anruf von Hannelore Schäfer, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der dortigen Kirchengemeinde. Hannelore Schäfer ist eine geborene Schneider.

„Wir wussten, dass unser Vater auf dem Friedhof in Ahlhorn liegt und sind auch schon mal hier gewesen“, erzählte Hannelore Schäfer (68), die sich gemeinsam mit ihrer Schwester Helmi Hülpüsch (66), geb. Schneider, und ihrem Bruder Peter Schneider (67) jetzt auf den Weg machte, um mit Hermann Wilke die Absturzstelle und auch den Flugplatz anzusehen, am Soldatengrab auf dem Friedhof vorbeizuschauen und die Erkennungsmarke ihres Vaters mit nach Hause zu nehmen.

An den Vater haben alle drei Kinder keine Erinnerung. Tochter Helmis Geburt stand noch bevor, als der Vater in Ahlhorn abstürzte. Tochter Hannelore war zwei Jahre alt, Bruder Peter gerade zehn Monate auf der Welt. Die drei verloren sehr früh ihre Mutter, wuchsen als Waisen bei ihren Großeltern im Westerwald auf, erzählten sie beim Treffen mit der

NWZ

  an der Absturzstelle. Was blieb, waren ein paar Fotos von ihren Eltern,

Als Augenzeuge mit dabei war bei der Übergabe der Erkennungsmarke auch Hans Wilke, Onkel von Hermann Wilke. Der 76-jährige Ahlhorner war neun, als die JU 88 am Fahrenkamp zerschellte. „Das waren die ersten Toten, die ich in meinem Leben gesehen habe“, erinnert sich Hans Wilke an das grausame Bild, das sich damals an der Absturzstelle bot.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
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