Neuenwege - Hochwasser und Überflutungen – für Hans Behrens sind solche Katastrophen nicht nur Bilder in den Medien. Der 86-Jährige kann nachempfinden, was die Menschen entlang der Elbe erleben. „1962 stand in Oldenburg das Wasser bis zum Bahnhof, die Niederungen von Oldenburg und Tweelbäke waren überschwemmt. Am Grenzweg haben wir Sandsäcke verlegt“, erinnert er sich bei einer Rückschau zum 50-jährigen Bestehen des Unterhaltungsverbandes Wüsting. „Vor Überflutungen sind wir hier sicher“, sagte Verbandsvorsteher Günther Lütje.
Unter Hinweis auf Bürgerproteste, die in den aktuell überfluteten Gebieten in Ostdeutschland effektivere Sicherungsmaßnahmen verhindert haben, forderte Behrens, Hochwasserschutz müsse Vorrang vor Naturschutz haben. Der ehemalige Verbandsvorsteher erklärte, wie im Gebiet des Unterhaltungsverbandes Wüsting Wassermassen durch Rückhaltebecken, Polder und Deiche sowie durch regulierte Wasserläufe wie die Tweelbäke, den Hemmelsbäker oder Drielaker Kanal gelenkt werden.
Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg, betonte, dass diese Maßnahmen dazu geführt haben, dass die Verbandsmitglieder „keine Angst vor nassen Füßen“ haben müssen. Hahn lobte die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde und dem Wasser- und Bodenverband. Auf die aktuelle Lage in den Hochwasserregionen und künftige Anstrengungen im Binnen-Hochwasserschutz ging Godehard Hennies als Geschäftsführer des Wasserverbandstages Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt ein.
