Etzel - Der Kavernenbeirat regt eine kurzfristige Entscheidung über Unterstützungsleistungen der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Friedeburg auf dem Kavernengelände in Etzel an. Auf diesen Kompromiss im Streit um den Brandschutz einigten sich die Mitglieder des Kavernenbeirats auf Anregung von Wittmunds Landrat Matthias Köring am Donnerstag bei ihrer Sitzung in Etzel.

Grünen-Ratsmitglied Horst Hattensaur (Friedeburg) hatte beantragt, die Möglichkeit einer Betriebsfeuerwehr auf dem Kavernengelände zu diskutieren. Das taten die Mitglieder des Kavernenbeirats ausführlich. Hattensaur vermutet, dass die IVG die Schaffung einer Betriebsfeuerwehr aus Kostengründen ablehnt.

Der neue IVG-Geschäftsführer Stephan Maas hatte aufgelistet, welche Störfälle in den vergangenen Jahren angefallen waren. Es waren neun Ereignisse seit 2008, von der Verpuffung über einen Brand in einem Container und dem Brand in einer Pumpenstation (2012, die NWZ  berichtete).

Dreimal waren die Freiwilligen Feuerwehren ausgerückt, darunter bei dem gravierendsten Schadensereignis, dem Ölaustritt im Jahr 2013. Maas wies darauf hin, dass IVG Caverns eine eigene Ölabwehrtruppe hat, über Ausrüstung verfügt und darüber hinaus auf Unterstützung und Material von NWO in Wilhelmshaven bauen kann.

Auch die Personenrettung (die Versorgung und Bergung von Verletzten) sei geregelt. Schließlich sei für die Löschwasserversorgung, für Feuerlöscher, Brandmeldeanlagen und automatische Löscheinrichtungen (bei Gasanlagen) gesorgt. Die Freiwilligen Feuerwehren würden bei der Personenrettung unterstützen und bei der normalen Brandbekämpfung.

Bürgermeisterin Karin Emmelmann, die wie ihr Amtskollege Josef Wesselmann (Sande) an der Sitzung teilnahm, fasste den Konflikt zusammen. Das Kavernengelände stehe unter Bergrecht, für den Brandschutz dort seien die Betreibergesellschaften zuständig. Es müsse in einem Brandschutzbedarfsplan schriftlich fixiert werden, wie die Aufgabenverteilung zwischen den Kavernenbetreibern und den Freiwilligen Feuerwehren (es gibt in Friedeburg sechs) geregelt seien.

Zugleich machte Dr. Ulrich Windhaus, Leitender Bergdirektor des LBEG, deutlich, dass das Bergamt keine weiteren Projekte ohne schriftliche Vereinbarung zwischen den Betreibern und der Gemeinde Friedeburg über den Brandschutz genehmigen werde.

„Klärungsbedarf ist notwendig“, sagte Beiratsvorsitzender Hillrich Reents. So sieht es auch SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Hermann Lohfeld. Ein runder Tisch soll Klarheit und eine Einigung bis Jahresende schaffen. Gemeinsame Übungen der Betreibergesellschaften mit den Feuerwehren gibt es schon seit Monaten nicht mehr.