Hude - Stolz sitzt der vierjährige Simon hinter dem Lenkrad des großen Feuerwehr-Tanklöschfahrzeugs. Seine Mutter Janine Böhnke hat auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Sein Vater Marcus steht draußen mit dem Fotoapparat und erzählt, dass Simon unbedingt Feuerwehrmann werden möchte. Simon sei schon mal mit Freunden bei der Feuerwehr gewesen, doch auch am Sonntag musste er noch einmal alles anschauen. „Es ist ja auch interessant zu sehen, was die Fahrzeuge so alles an Bord haben“, sagt Marcus Böhnke.
Es ist Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hude. Die Fahrzeuge, darunter das neue Tanklöschfahrzeug TLF 3000, werden präsentiert, die Ausrüstung erklärt. Gerade die Kinder sind begeistert, dass sie auch in die Einsatzfahrzeuge klettern dürfen. Blaulichter blinken. Und natürlich darf ein Spiel mit der Wasserspritze nicht fehlen.
Auch Jannick (6) und Ole (5) klettern mit Feuerwehrmann René Lange in ein Fahrzeug. Jannick kennt sich schon gut aus. „Das ist ein Mercedes“, erklärt er fachmännisch und zeigt auf eines der Einsatzfahrzeuge. Jannicks Vater ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Hude. Auch Jannick möchte mal Feuerwehrmann werden.
Feuerwehrmann René Lange macht es Spaß, den Kindern das Feuerwehrauto zu erklären. Der 20-Jährige gehört seit seinem 16. Lebensjahr der Huder Ortswehr an. Mit 13, als der Huder noch in Delmenhorst wohnte, war er in der dortigen Jugendfeuerwehr. „Ein Klassenkamerad machte das. Ich fand es interessant und bin dabei geblieben“, so Lange.
Anderen Menschen zu helfen, das mache einfach Freude, sagt der junge Feuerwehrmann. Er und seine Kameradinnen und Kameraden erleben immer wieder, wie Menschen, denen bei einem Unglück geholfen wurde, später vorbeischauen und sich herzlich bedanken für den Einsatz der Feuerwehrleute.
Die vierwöchige Grundausbildung Truppman I ist die erste Stufe zum Feuerwehrmann. Hat man die erfolgreich absolviert, geht es mit der Truppmann-II-Ausbildung weiter. Das sind 80 Stunden im Verlauf von zwei Jahren für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, erklärt Torsten Suhr.
Suhr ist als einer der vier Gruppenführer der Huder Feuerwehr für die Ausbildung zuständig. Behutsam werden die neuen Leute an ihre Aufgaben herangeführt. Es wird geübt und immer wieder geübt. Denn im Ernstfall muss jeder wissen, was zu tun ist.
Schwere Verkehrsunfälle, Brandeinsätze unter Atemschutz, Gefahrgutunfälle. Die freiwilligen Helfer werden mit vielen schlimmen Dingen konfrontiert. Aber das Helfen macht ihnen Spaß. Das wurde auch am Sonntag beim Tag der offenen Tür deutlich.
