Ammerland/Rostrup - Feuerwehrleute haben längst nicht nur mit Bränden zu tun – auch wenn es Unfälle mit Gefahrgütern gibt, werden sie gerufen. Und besonders diese Einsätze müssen geübt werden. Das Szenario am Montagabend auf dem Gelände der Raiffeisen-Handelsgesellschaft an der Ocholter Straße in Rostrup: Beim Verladen von Kanistern auf einen Lkw ist ein unbekannter Stoff ausgetreten, eine Person ist bewusstlos, ein Kollege ruft die Feuerwehr zur Hilfe.
Die Folge: Ein Großaufgebot wird alarmiert. Neben der Freiwilligen Feuerwehr Ohrwege, die zunächst den Einsatzort erkundete, rückten gegen 19.30 Uhr die Gefahrgutgruppen aus Bad Zwischenahn, Elmendorf, Aschhausen/Kayhauserfeld und Apen an.
„Wir haben im Ammerland den Gefahrgutzug über viele Ortswehren verteilt und können so schnell vor Ort sein“, erläuterte der Zwischenahner Gemeindebrandmeister Heino Brüntjen.
Vor Schnelligkeit geht allerdings besonders in solchen Fällen der Eigenschutz. „Ein Feuer kann man sehen, bei solchen Einsätzen weiß man lange nicht, womit man es zu tun hat“, so Brüntjen. „Es bringt nichts, wenn wir ungeschützt hingehen und unsere Kameraden liegen daneben.“
Deshalb rüsteten sich viele Feuerwehrleute mit schweren Schutzanzügen aus – und allein das ist schon Schwerstarbeit. So gesichert konnte dann der Verletzte aus dem Gefahrenbereich geborgen werden. Damit war die Arbeit aber noch nicht erledigt. Die Mannschaften unter der Leitung des Stellvertretenden Gefahrgutzugführers Carsten Steenblock aus Torsholt mussten den gefährlichen Stoff richtig als Salzsäure identifizieren, Kanister umladen und Fässer abpumpen. Und schließlich musste jeder, der im vermeintlichen Gefahrenbereich gearbeitet hatte, dekontaminiert werden. Erst um 22 Uhr waren alle Aufgaben abgearbeitet. „Nach so einem Einsatz ist man richtig fertig“, so Brüntjen. „Aber die Übung ist wichtig und sie ist gut gelaufen.“ Was noch besser gemacht werden kann, wird in den folgenden Tagen besprochen.
