Hude - Der Mittwoch war ein anstrengender Tag für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hude. Kaum war am Abend auf dem Gelände der Amazonen-Werke die gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Bookholzberg beendet, sorgte das Unwetter für den Ernstfall: 16 Einsätze hielten die Kameraden zwischen 22.10 und 2.35 Uhr in Atem.

Die Bahnunterführungen an der Langenberger Straße und an der Ampelkreuzung Vielstedter Straße wurden regelrecht überflutet. Die Feuerwehr reinigte die Abflüsse und sperrte zeitweise die Straßen, bis das Wasser abgeflossen war. Auch die Parkstraße stand unter Wasser, nachdem Gullys übergelaufen waren. Die Einsatzkräfte öffneten die Abflüsse und dichteten einen Schacht mit Steinen und Sandsäcken ab. Umgestürzte Bäume mussten am Klosterweg und im Bereich Hohe Straße beiseite geräumt werden. Am Goldberg hing ein abgebrochener Baum in circa sechs Metern Höhe über die Straße. Zur Beseitigung wurde die Drehleiter aus Ganderkesee angefordert. In Wüsting zersägte die Feuerwehr einen Baum, der den Kornweg blockierte.

In der Huder Parkstraße und in der Amselstraße standen Tiefgaragen einen halben Meter unter Wasser. Wasserschäden gab es auch in der Heinrich-Dreyer-Straße, Humboltstraße und in der Blumenstraße: Dort war der Kindergarten „Gänseblümchen“ betroffen. Das Wasser drang in den Gruppenraum der Schmetterlingsgruppe und in den Frühstücksraum ein und zog das Mobiliar in Mitleidenschaft. „Alle haben mitgeholfen, um die nassen Stühle, Tische und Spielsachen zum Trocknen nach draußen zu bringen“, berichtete Erzieherin Carola Lippstreuer am Donnerstag. „Wir mussten ziemlich improvisieren.“ Um für weitere Gewitter gewappnet zu sein, stapelte Hausmeister Frank Karger Sandsäcke vor den Eingängen. Beim Befüllen der Säcke halfen die Kinder mit.

Begonnen hatte der Mittwochabend um 19 Uhr mit der geplanten Feuerwehr-Übung. Auf dem Amazone-Werksgelände sahen sich die Einsatzkräfte mit mehreren Notfällen konfrontiert: Laut Übungsszenario war unter einem Papiercontainer ein Mensch eingeklemmt, eine weitere Person musste aus dem Container gerettet werden. Atemschutzgeräteträger mussten nach einer angenommenen Explosion in der Lackiererei nach Vermissten suchen und obendrein einen Kameraden bergen, der sich, so das Drehbuch der Übung, verletzt hatte. Zudem wurde geprobt, wie ein Brand an der Tankanlage mit Schaum gelöscht wird.

Die Feuerwehr zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Übung, die bei knapp 30 Grad Außentemperatur (und 72 Grad in der Lackiererei) Schwerstarbeit war.

Und dann folgte der Einsatzmarathon während der Gewitternacht, der sich am Donnerstag zwischen 17.03 und 18 Uhr vier weitere Einsätze in Hude anschlossen.