AUMüHLE - Die Hilfskräfte benötigen mehrere Versuche zur Befreiung. Das Tier ist nach Angaben der Besitzerin bis auf kleine Wunden in Ordnung.

Von Stefan Idel

AUMÜHLE - Dramatische Rettungsaktion gestern Morgen in Aumühle: 16 Einsatzkräfte der Feuerwehr unter dem Kommando von Jörg Kramer sowie zahlreiche Helfer waren mehr als zwei Stunden gefordert, um ein Pferd aus einem tiefen Graben zu befreien. Nach mehreren Versuchen gelang die Aktion. „Jasper frisst wieder und hat auch schon gewiehert“, sagte Besitzerin Christine Rebentisch nach den Aufregungen des Tages.

Warum der 15 Jahre alte Hengst, ein englisches Shirehorse, in den Graben stürzte, ist unklar. „Vielleicht hat er ein bisschen gedöst“, vermutet eine Helferin. Denn das Tier hatte die Nacht auf der Weide verbracht. Gegen 9.15 Uhr bemerkt eine Passantin in Aumühle, dass das Tier bis zum Bauch im matschigen Boden steckt. „Anwohner Dietmar Allhusen hat mich sofort informiert und die Feuerwehr gerufen“, berichtet Rebentisch. Die Retter versuchen zunächst, den Hengst mit Schaufeln aus dem Matsch zu befreien. Ein Drahtzaun wird durchtrennt. Mühsam ziehen die Wehrmänner Spezialschläuche unter dem Bauch des Tieres durch.

Der erste Rettungsversuch misslingt: Als Karl-Heinz Wilkens langsam den Frontlader seines Traktor hochzieht, an dem die Schläuche befestigt sind, kann sich das 750 Kilo schwere Tier nicht richtig abstoßen. Eilig schaffen die Helfer Heuballen herbei, um „Jasper“ mehr Stabilität zu verschaffen. Die Firma Scheele schickt einen Bagger. Gegen 11.20 Uhr gelingt der zweite Anlauf: Baggerführer Stephan Kerstens und die Feuerwehrkräfte verhelfen „Jasper“ aufs Trockene. Die Erleichterung ist groß.

Tierärztin Christine Reimers gibt dem Shirehorse eine Nährstofflösung. In kurzer Zeit kommt „Jasper“ wieder auf die Beine. „Bis auf eine Schramme am Bauch und einer Wunde am Auge ist er in Ordnung“, sagt Besitzerin Rebentisch. Sie erlitt bei den Rettungsversuchen selbst Schnittverletzungen an der Hand. Die Reiterin zeigt sich erleichtert: „Jasper hat bereits seine kleinen Freunde Fury und Frenzy im Stall begrüßt.“ Heute werde die Tierärztin erneut nach ihm sehen.