Jeverland - Der Orkan, der am Montag über dem Jeverland tobte, hat ein Todesopfer gefordert: Auf der Landesstraße 807 zwischen Jever und Sillenstede wurde eine Autofahrerin von einem umstürzenden Baum erschlagen. Die Frau starb noch an der Unfallstelle und musste aus dem zertrümmerten Wagen geborgen werden.
Der Sturm hinterließ reihenweise umgestürzte Bäume, zertrümmerte Dächer und verschobene Zäune. Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz.
Um die Mittagszeit wurde der Schiffsverkehr zur Insel Wangerooge eingestellt, auch die Inselflieger in Harlesiel blieben am Boden und die Züge der Nordwest-Bahn stellten den Betrieb auf den Strecken Esens-Sande und Sande-Oldenburg ein. Mehrere Züge waren unwetterbedingt liegengeblieben und die Gleise mussten von umgestürzten Bäumen befreit werden.
Wegen des Sturms hatte auch die Schülerbeförderung Schwierigkeiten: Landkreis und Schulbusunternehmen bemühten sich, alle Kinder sicher nach Hause zu bringen.
Glück hatten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Cleverns. Bevor die Schulstunde um 12.25 Uhr endete, waren starke Äste von der Wallanlage „Am Friesenwall“ auf den Schulweg gekracht. Schwer getroffen wurde der Geräteschuppen von Hausmeister Heinz Janssen auf dem Schulgelände.
Auch im Schlosspark Jever knickte mancher Baum im Sturm ein. Und das Schloss selbst wurde ebenfalls beschädigt: Der Orkan rüttelte so stark am Dach, dass Teile herunterfielen. Herabgefallene Dachziegel und Äste sorgten überall für Schäden.
In Jever war die Freiwillige Feuerwehr im Großeinsatz, weil mehrere geparkte Fahrzeuge durch umgestürzte Bäume beschädigt wurden – Personen kamen nicht zu Schaden.
Riesenglück hatte eine Autofahrerin, die um die Mittagszeit auf dem Clevernser Schulweg unterwegs war: Zwei mächtige Eichen krachten auf Front und Heck ihres Autos. Die Frau konnte sich durch die Heckklappe selbst befreien.
Weitere Verkehrsunfälle gab es in Carolinensiel, wo ein Wohnanhänger von der Fahrbahn gedrückt wurde, in Sande wurde ein Auto von einer Plane erfasst.
Auf der Insel Wangerooge hat der Orkan ebenfalls gewütet: Auch dort sind mehrere Bäume umgestürzt, ein Fahnenmast am Café Pudding knickte ab, einige Bauschilder, Bauzäune und Teile eines Baugerüsts sind umgestürzt.
Gegen Mittag musste die Freiwillige Feuerwehr der Insel in den Westen ausrücken: Vom Schullandheim „Haus am Meer“ hatte der Sturm das Dach weggerissen. Die Teile lagen in den Dünen, auf dem Deckwerk und bis hinunter an den Strand. Auch die vor kurzem erneuerte Feuerwehr-Sirene wurde vom Dach gerissen.
Unterstellhäuschen und Gartenlauben sowie Glasscheiben gingen zu Bruch, von zahlreichen Dächern fielen Ziegel herab. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt.
Die Gemeinde Sande hatte vorsichtshalber die für den späten Nachmittag geplante Ausschusssitzung abgesagt.
