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Erdbeben Einsatz für ein kleines Lächeln

Anna Zacharias

BAD ZWISCHENAHN/HAITI - „Es ist unglaublich, wo man hinschaut nur Zerstörung“ – das sind die Worte, die Katrin Hoffmann nach ihrer Ankunft in Petit Goâve auf Haiti in einer Rundmail an Familie und Freunde richtet. Die Krankenschwester war mit der Hilfsorganisation „Cap Anamur“ auf der Insel, um Erdbebenopfer medizinisch zu versorgen.

„Es war unheimlich heiß und staubig und stank nach Verbranntem und Verfaultem. Auch an den Anblick bewaffneter Soldaten musste ich mich gewöhnen“, berichtet Hoffmann. Das Krankenhaus, in dem sie tätig war, betreute ein Einzugsgebiet von rund 160 000 Menschen. Besonders wichtig sei die Trinkwasserversorgung gewesen, die im Krankenhaus von Adra Deutschland installiert worden sei. „Viele der rund 100 Patienten, die täglich kamen, litten unter den Folgen unzureichender Wasserzufuhr“, so Hoffmann.

Teuere Nahrungsmittel

„Auf den Straßen werden Kochbananen und andere frittierte Speisen verkauft, etwas anderes können sich die Haitianer kaum leisten. Wenn wir mal eine Abwechslung haben wollten, haben mussten wir uns was in einem Hotel kaufen“, erzählt sie.

Mittlerweile ist sie wieder in Deutschland. Bei einem Sturz hatte sich die junge Frau eine schwere Knieverletzung zugezogen, die eine vorzeitige Rückkehr nötig gemacht hatte. Auch war Katrin Hoffmann an einer Malaria erkrankt, die sie inzwischen auskuriert hat. „Ich lasse mich dadurch nicht entmutigen, auch wenn ich gerne noch länger dort geblieben wäre. Ich denke bereits an den nächsten Einsatz“, sagt sie voller Vorfreude.

Trotz schockierender Eindrücke sind ihr die positiven Erlebnisse im Gedächtnis geblieben. Die humanitären Zustände in den Slums bewegten die 26-Jährige am meisten: „Es herrschen Krankheit und Leid, aber die Menschen strahlen, das hat mich sehr beeindruckt“.

Menschen sind dankbar

Wenn die Menschen kommen und sich für meine und die Hilfe der Organisationen aus tiefstem Herzen bedankt haben, waren das die Momente, die mich am glücklichsten gemacht haben“, so Hoffmann.

Ein Ende des Leids sei auf Haiti aber noch nicht in Sicht, stellt Hoffmann fest. Sie ruft dazu auf, für das Land zu spenden: „Jede Organisation hat andere Schwerpunkte. Ich würde ,Ärzte ohne Grenzen’, die Aktion ,Deutschland hilft’ oder eben ,Cap Anamur’ unterstützen, denn das Geld wird wirklich noch immer an vielen Stellen dringend gebraucht.“

von Cap Anamur sind seit 30 Jahren in Kriegs- und Krisengebieten in humanitären Einsätzen tätig. Nach der Phase der akuten Nothilfe hat in Petit Goâve auf Haiti die Nachsorge begonnen. Die Klinikgebäude sind durch die Beben schwer beschädigt worden. Neben Ärzten sind deswegen auch Techniker im Einsatz und prüfen, ob der Gesamte Komplex eingerissen und wieder aufgebaut werden muss.

für die Hilfsorganisation Cap Anamur können auf das Konto 2 222 222, bei der Stadtsparkasse Köln, BLZ: 370 50 198, überwiesen werden.

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