BAD ZWISCHENAHN - Es war im Jahre 1958, als der Kayhauserfelder Alfred Smit sich sein erstes Auto kaufen wollte – einen Fiat 500. „Ich ging also zu August Gerdes, dem Ansprechpartner für alle, die sich ein Fahrrad oder ein Motorrad kaufen wollten. Er war eine Vertrauensperson im Dorf“, so Smit.
Verständigungsprobleme
Alfred Smit weiter: Ich erzählte August Gerdes von meinen Plänen, einen Fiat 500 zu kaufen und fragte ihn, ob er mir so ein Auto besorgen könne. Er meinte „gift nich, gift nich at Motorrad“. Als ich ihm nochmals sagte „Nee, August, ick meen een Auto“, meinte er wieder „gift nich at Motorrad“. Als Gerdes dann tatsächlich verstanden hatte, was ich von ihm wollte, zog er seine Holzschuhe aus und wir fuhren mit seinem DKW gemeinsam nach Oldenburg zur Firma Rüdebusch. So kam ich schlussendlich doch noch zu meinem 500-er Fiat in lindgrün mit Rollschiebedach. Dieser kostete damals 4900 DM. Ich hatte etwas Geld gespart und konnte eine Anzahlung machen – für den Rest nahm ich einen Kredit auf.
Mit meinem neuen Wagen wollte ich mit Freunden eine Fahrt zum Schepser Erntefest unternehmen. Da im Auto nur Platz für vier Personen war, wir aber sechs Jungs unterbringen mussten, platzierten sich zwei von uns am Rand des geöffneten Schiebedachs. Ein netter Polizist, der uns mit den Worten „Jungs, das geht aber nicht“ entgegenkam, machte dem Spaß jedoch schnell ein Ende.
Einmal war mir fast ein wenig bange um meinen schönen Wagen. Bei Glatteis rutschte ich über einen tiefen Moorgraben und landete auf einer Weide. Dem Fiat war zum Glück nichts passiert – mir auch nicht.
Plötzliches „Donnerwetter“
Später sollte der Wagen nicht so glimpflich davonkommen. Vor meinem Elternhaus parkte mein Auto einmal neben einem Pferd. Dieses verfing sich in seinen Zügeln und trat gegen den Fiat. Durch das laute Zurückprallen des Bleches wurde das Tier immer wilder. Plötzlich lag es auf der Seite und hämmerte immer weiter auf meinen kleinen Fiat ein – es war ein richtiges Donnerwetter. Der Fiat sah schlimm aus, die ganze Seite war zerbeult. Aber der Wagen wurde wieder repariert. Einmal fuhr ich zu einer Hochzeit. Auf einem Schotterweg übersah ich wohl einen Stein, der die Aufhängung des Motors abschlug. Mit Hilfe einiger Hochzeitsgäste befestigte ich ihn wieder – mit Weidezaundraht. Auf einer anderen Fahrt tauschten uns Jugendliche heimlich die Zündkerzen aus und es ging nur im Schneckentempo weiter. Smit: „Trotz allem war der Fiat 500 mein schönstes Auto.“
