Wilhelmshaven - Dem Einsatz zahlreicher aufmerksamer Badegäste am Wilhelmshavener Südstrand und der Rettungsschwimmer der DLRG hat ein 71-jähriger Mann aus Oldenburg vermutlich sein Leben zu verdanken. Er war am Samstagnachmittag in Höhe des Fliegerdeichs schwimmen gegangen. Es war etwa 16.30 Uhr, als andere Schwimmer darauf aufmerksam wurden, dass der Mann kaum noch Kraft hatte. Er drohte abzutreiben und habe mit letzter Kraft um Hilfe gerufen.
„Als ich angeschwommen kam, war der Mann von vier anderen Schwimmern im Wasser umkreist“, erzählt Kristoff Braun, Rettungsschwimmer der DLRG. Da habe der 71-Jährige bereits mit dem Gesicht nach unten auf dem Wasser gelegen. Braun drehte ihn um, um zu verhindern, dass er ertrinkt. Glücklicherweise sei in dem Moment ein Fischer mit seinem Boot in der Nähe der Unglücksstelle vorbeigekommen. „Den haben wir herangewunken und den völlig entkräfteten Mann in sein Boot gezogen“, sagt Braun, dankbar für die schnelle Hilfe.
Am Südstrand warteten bereits viele Badegäste, die schließlich halfen, den Mann an Land zu tragen. Darunter auch die Krankenschwester Regina Kuhl und der Pfleger Vladimir Merkel. „Wir haben dann erste Hilfe geleistet“, erzählten die beiden. Auch eine Ärztin aus Wilhelmshaven sei noch dabei gewesen. Kristoff Braun lobte den engagierten Einsatz der Helfer. Viele hätten auch ihre Decken und Handtücher angeboten. „Leider kamen jedoch auch andere, um den Geretteten zu fotografieren“, ärgerte sich Braun.
Der Oldenburger habe, als er nach ein paar Minuten wieder ansprechbar gewesen sei, gleich nach seinem Hund gefragt. Er war mit dem Vierbeiner mit seinem Wohnmobil unterwegs. Auf den kleinen Mischling hatte während der Rettungsaktion eine Wachgängerin der DLRG aufgepasst. Bis der Mann wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, ist das Tier nun im Dr.-Kibat-Tierheim untergekommen.
Wie es dem Mann jetzt geht, und was der Grund für seinen Schwächeanfall war, war am Sonntag nicht zu erfahren. Laut Polizei ist er jedoch nicht in Lebensgefahr. Als der Oldenburger schwimmen ging, lief das Wasser bereits wieder ab. Im Bereich der besagten Rampe entsteht dann eine starke Strömung. „Es kann sein, dass ihm deswegen die Kräfte geschwunden sind“, vermutete Kristoff Braun.
