Oldenburger Land/Osnabrück - Drei Jahre nach ihrem schweren Bahnstromunfall am Osnabrücker Güterbahnhof wendet sich Vanessa Vaske an die Öffentlichkeit: In einem Film der Bundespolizei warnt die 24-Jährige mögliche Nachahmer.

Fast monatlich verzeichnet die Bundespolizei einen Bahnstromunfall von Kindern und Jugendlichen, die auf Waggons oder Strommasten geklettert sind oder beim S-Bahn-Surfen verunglücken. Die meisten Unfälle enden mit schwersten oder gar tödlichen Verletzungen.

Stromschlag auf Waggon – 13-Jähriger lebensgefährlich verletzt, NWZ, 28. April 2012

Reportage: Der weite Weg zurück nach Hause, NWZ, 6. Juli 2012

Mit einer großen Aufklärungs-Offensive und einem Medienpaket, das beispielsweise Schulen bestellen können, rückt die Bundespolizei das Thema Bahnstromunfälle jetzt in den Blickpunkt. Die auch für die hiesige Region zuständige Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim (Kreis Grafschaft Bentheim) unterstützt die Initiative. In Nordenham (Kreis Wesermarsch) wurde voriges Jahr ein 21-Jähriger aus Butjadingen mit schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Er war auf dem Nordenhamer Bahnhofsgelände auf einen Güterwaggon geklettert. In Delmenhorst hatte sich im April 2012 ein ähnlicher Vorfall ereignet. Das damals 13-jährige Unfallopfer verlor – ebenfalls durch einen 15 000-Volt-Stromschlag – beide Beine und einen Arm.

Auch Vanessa aus Osnabrück überlebte ihren Stromüberschlag nur durch ein Wunder. Mit ihrer Geschichte möchte sie zusammen mit der Bundespolizei dazu beitragen, Kinder und Jugendliche über die vom Bahnstrom ausgehenden tödlichen Gefahren aufzuklären. „Wenn ich Jugendliche gefährlich nah an Bahngleisen sehe, zeige ich denen meine Narben und sage ihnen, dass ihnen das auch passieren kann“, berichtet Vanessa.

Welche schlimmen Folgen ein Stromschlag haben kann, musste am Montag auch ein 20-jähriger Azubi bei Wartungsarbeiten am Stromkasten einer Trafostation in Burgdorf bei Hannover erfahren. Der junge Mann erlitt faustgroße Verbrennungen am Bauch und an einem Arm.