Blaualgen in der Talsperre, verschiedene Berichte

Erneut redet das Gesundheitsamt Cloppenburg von Blaualgen und deren Blüte im Wasser der Thülsfelder Talsperre. Es sind keine Algen – wären es welche, wäre es halb so schlimm.

Es handelt sich um Bakterien und zwar sehr frühe Mikroorganismen in der der belebten Erdgeschichte. Es sind Cyanobakterien, von denen es etwa 2000 Arten gibt.

Viele von ihnen sind, wie bei Pflanzen üblich, zur Photosynthese fähig, das heißt sie nutzen das Sonnenlicht. Das hängt damit zusammen, dass sie so alt sind und vor etwa 2,5 Milliarden Jahren sich die Bedingungen im Wasser änderten. Durch ihren Stoffwechsel wurde Sauerstoff frei und dadurch entstand der Sauerstoff in der Atmosphäre!

Die Cyanobakterien, die heute in den Gewässern so viel Sorge bereiten, bilden neben dem blau-grünen Farbstoff, der ihnen den Namen Blaualgen einbrachte, etliche Stoffe, mit denen sie Konkurrenten unter den Mikroorganismen abwehren. Einige davon sind richtig giftig, auch für Großlebewesen.

Zu Recht ist das Baden verboten. Wer da noch an Triathlon denkt, ist voller Unkenntnis. Gerade beim Triathlon ist das Verschlucken und auch das Eindringen von Wasser in die Atemwege ein bekanntes Problem. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehört für etliche Athleten auch bei „gutem“ Wasser zu den üblichen Folgen eines Wettkampfes.

Bei einer derartigen Belastung wie jetzt in Thülsfelde kann das tödlich sein! Wir haben zurzeit zwei Menschen gemachte Probleme: überdüngte Böden und Gewässer sowie die Klimaveränderung, die den Hitzerekord beschert.

Die Cyanobakterien kommen damit prächtig klar – wir allerdings nicht.

Dr. med. Lutz Neubauer

Lohne